Von der Zuschauerin zur Teilnehmerin in den Dialogen der afrikanischen Diaspora
17 May 2024
Während ich mich hinsetze, um meine Gedanken aufzuschreiben, denke ich an die Wendungen, die meinen Weg geprägt haben: von einer blossen Zuschauerin zu einer aktiven Teilnehmerin der globalen Leadership-Bewegung der afrikanischen Diaspora. Es ist ein Weg, geprägt von Begegnungen mit inspirierenden Menschen wie Maudo Jallow, von prägenden Erfahrungen an renommierten Gipfeltreffen und Konferenzen und von einem neu gefundenen Gefühl für Sinn und Zugehörigkeit.
Als ich in der Schweiz aufwuchs, fühlte ich mich oft als Zuschauerin in einer Welt, in der Ehrgeiz und Identität nicht immer gefördert wurden. Erst als ich ins Vereinigte Königreich ging, vor allem nach London, begann ich zu sehen, welche verändernde Wirkung es hat, Schwarze und afrikanische Vorbilder in Positionen mit Macht und Einfluss zu sehen. Dort begegnete ich zum ersten Mal Maudo, ein paar Jahre älter als ich und einer der Studierenden, die den LSE Africa Summit organisierten. Seine Leidenschaft, sein Antrieb und sein Engagement für die Stärkung der afrikanischen Diaspora haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Anlässe wie der LSE Africa Summit und die Oxford Africa Business Conference öffneten mir die Augen für eine Welt, in der afrikanische Führungspersönlichkeiten, Denkerinnen und Innovatoren gefeiert wurden und die Diaspora als Kraft anerkannt war, mit der man rechnen muss. An diesen Treffen fand ich ein Gefühl der Zugehörigkeit und Stärke: die Erkenntnis, dass meine Stimme zählt und dass ich, nachdem ich das Privileg dieser Einsicht hatte, eine Rolle dabei spiele, sie weiterzutragen und die Erzählung der afrikanischen Diaspora mitzugestalten, indem ich mehr solche Räume voller Einsicht schaffe.
Als ich gestern am HSG Africa Summit in St. Gallen auf der Bühne stand, musste ich an den Weg denken, der mich hierhergeführt hatte. Es war ein Moment, in dem sich der Kreis schloss: ein Zeugnis für die Kraft von Ausdauer, Widerstandskraft und den unerschütterlichen Glauben an das Potenzial aller Menschen der afrikanischen Diaspora. Und als ich in die Gesichter im Publikum blickte, vor allem Studierende (aber auch einige Eltern), sah ich Spiegelungen meines eigenen Weges: Menschen, hungrig nach Inspiration, bereit, etwas zu bewirken, und entschlossen, den «Schweizer» Widrigkeiten zu trotzen.
Wenn ich heute weiter Teil der Dialogbewegung der afrikanischen Diaspora bin, dann mit einem erneuerten Gefühl für Sinn und Verpflichtung. Ich will nicht länger nur zuschauen, sondern aktiv teilnehmen: meine Stimme, meine Fähigkeiten und meine Energie dafür einsetzen, unsere Gemeinschaft zu stärken und positive Veränderung in der Welt voranzutreiben.
In Maudo fand ich einen Mentor, einen Freund und eine Quelle der Inspiration. Doch in mir selbst fand ich die Kraft und den Mut, aus dem Schatten ins Licht zu treten. Und während ich diese Aufgabe auf meinem menschlichen Weg weiter annehme, tue ich es mit Dankbarkeit für die Vergangenheit, Hoffnung für die Zukunft und tiefem Stolz, Teil von etwas wirklich Aussergewöhnlichem zu sein: der globalen Leadership-Bewegung der afrikanischen Diaspora.
In Liebe und Licht,
Tallulah