Afrika, Schicht für Schicht.
Eine Geschichtslektion in acht Teilen, von den ältesten bekannten Fossilien unserer Art bis zu den 54 Ländern von heute, und eine neunte Schicht, die den Verbindungen der Schweiz mit Afrika durch alle hindurch folgt. Jeder Teil baut auf dem vorherigen auf. Beim Scrollen füllt sich die Karte: Königreiche, Handelsstädte und Wendepunkte, Schicht für Schicht.
Daten vor etwa 1500 sind Näherungswerte; viele stammen aus der Archäologie und der mündlichen Überlieferung. Korrekturen sind willkommen: contact@afroswissters.ch.
Ursprünge
Alle heute lebenden Menschen haben Vorfahren, die in Afrika lebten. Unsere Art ist hier zuerst nachgewiesen, zusammen mit einigen der ältesten bekannten Spuren von Kunst und Zählen. Das Klima änderte sich immer wieder: Vor etwa 11’000 bis 5000 Jahren war die Sahara grün, mit Seen, Flüssen und Grasland.
Jebel Irhoud
vor ca. 300’000 Jahren
Jebel Irhoud
vor ca. 300’000 JahrenDie ältesten bekannten Fossilien des Homo sapiens, unserer eigenen Art, datiert 2017.
HeuteMarokko
In der SchweizGemeinsame Vorfahren
Quellen121325GlossarDatierungsmethodenHomo sapiens
Omo Kibish
vor mindestens 233’000 Jahren
Omo Kibish
vor mindestens 233’000 JahrenOmo I aus dem Tal des Omo ist eines der ältesten bekannten Fossilien des Homo sapiens; sein Alter wurde 2022 neu bestimmt.
HeuteÄthiopien
In der SchweizGemeinsame Vorfahren
Quellen1425GlossarDatierungsmethodenHomo sapiens
Blombos-Höhle
vor ca. 100’000 – 73’000 Jahren
Blombos-Höhle
vor ca. 100’000 – 73’000 JahrenLebombo-Knochen
vor ca. 44’000 Jahren
Lebombo-Knochen
vor ca. 44’000 JahrenIshango-Knochen
vor ca. 20’000 Jahren
Ishango-Knochen
vor ca. 20’000 JahrenTassili n’Ajjer
ab ca. 6000 v. Chr.
Tassili n’Ajjer
ab ca. 6000 v. Chr.Mehr als 15’000 Felsbilder und Gravuren aus der Zeit, als die Sahara grün war: Flüsse, Giraffen, Rinderherden und Menschen.
HeuteAlgerien
Quellen192022GlossarGrüne Sahara (Afrikanische Feuchtzeit)
Als die Sahara vor etwa 5000 Jahren austrocknete, zogen viele Menschen in Richtung Nil und Savannen, mit ihren Herden, Feldfrüchten und ihrem Wissen. Wo sie sich niederliessen, entstanden die ersten Staaten.
Nächste Lektion →Der Nil und die ersten Staaten
Am Nil wuchsen zwei Zivilisationen nebeneinander: Ägypten im Norden und Kusch im heutigen Sudan. Sie handelten miteinander, führten Krieg und regierten zeitweise übereinander. Anderswo schmolzen Menschen Eisen, schufen Skulpturen und trugen Ackerbau und Sprachen über Tausende von Kilometern.
Altes Ägypten
ca. 3100 – 30 v. Chr.
Altes Ägypten
ca. 3100 – 30 v. Chr.Um 3100 v. Chr. vereint: Hieroglyphenschrift, ein Kalender mit 365 Tagen, die Pyramiden von Gizeh und dreitausend Jahre Staatlichkeit, bis Rom das Land 30 v. Chr. einnahm.
HeuteÄgypten
In der SchweizDie Thebäische LegionJohann Ludwig Burckhardt
Quellen26GlossarHieroglyphen
Kerma
ca. 2500 – 1500 v. Chr.
Kerma
ca. 2500 – 1500 v. Chr.Kusch: Napata und Meroë
ca. 800 v. Chr. – 350 n. Chr.
Kusch: Napata und Meroë
ca. 800 v. Chr. – 350 n. Chr.Kuschitische Könige regierten Ägypten als 25. Dynastie, von etwa 750 bis 656 v. Chr. In Meroë schmolzen sie Eisen, schrieben in ihrer eigenen meroitischen Schrift und bauten rund 200 Pyramiden.
HeuteSudan
In der SchweizSchweizer Archäologie in Kerma
Karthago
814 – 146 v. Chr.
Karthago
814 – 146 v. Chr.Numidien
ca. 202 – 46 v. Chr.
Numidien
ca. 202 – 46 v. Chr.Ein amazighisches (berberisches) Königreich, unter König Massinissa vereint; 46 v. Chr. wurde es römische Provinz.
Quellen29GlossarAmazigh (Berber)
Nok
ca. 1500 v. Chr. – 1 n. Chr.
Nok
ca. 1500 v. Chr. – 1 n. Chr.Bantu-Expansion
ab ca. 3000 v. Chr.
Bantu-Expansion
ab ca. 3000 v. Chr.Vom Grenzgebiet des heutigen Nigeria und Kamerun aus trugen bäuerliche Gemeinschaften die Bantusprachen über rund 3000 Jahre durch Zentral-, Ost- und Südafrika. Heute werden etwa 500 gesprochen, darunter Kiswahili, Lingala, Kikongo und isiZulu.
Quellen43132GlossarBantusprachenKiswahili
Aksum
ca. 100 – 940 n. Chr.
Aksum
ca. 100 – 940 n. Chr.Eine Handelsmacht zwischen Rom und Indien, mit eigenen Münzen und der Ge’ez-Schrift. König Ezana nahm in den 330er-Jahren das Christentum an; ein persischer Autor des 3. Jahrhunderts zählte Aksum zu den vier grossen Reichen der Welt.
Eisenwerkzeuge, Schrift und Handel über Flüsse und Meere verbanden Afrika mit dem Mittelmeer, Arabien und Indien. Mit dem Kamel wurde die Durchquerung der Sahara zur Regel, und mit den Karawanen reisten neue Religionen.
Nächste Lektion →Glaube, Handel und Gelehrsamkeit
Das Christentum erreichte Nubien und Äthiopien; der Islam verbreitete sich entlang der Handelswege Nordafrikas, der Sahara und der ostafrikanischen Küste. Karawanen und Schiffe brachten Gold, Salz, Kupfer, Stoffe und Bücher, und Städte wurden zu Zentren der Gelehrsamkeit.
Christliches Nubien
ca. 500 – 1500
Christliches Nubien
ca. 500 – 1500Ghana (Wagadu)
ca. 700 – 13. Jh.
Ghana (Wagadu)
ca. 700 – 13. Jh.Zwischen dem heutigen Mauretanien und Mali wurde es reich, indem es den Handel mit Gold und Salz besteuerte. Der moderne Staat Ghana übernahm 1957 seinen Namen.
HeuteMauretanienMali
Quellen564041GlossarTranssaharahandel
Kanem-Bornu
ca. 700 – 1893
Kanem-Bornu
ca. 700 – 1893Idrisiden und Fès
788 – 974
Idrisiden und Fès
788 – 974Die erste muslimische Dynastie Marokkos gründete Fès. Dort gründete Fatima al-Fihri 859 die al-Qarawiyyin, die oft als älteste noch bestehende Universität gilt.
HeuteMarokko
In der SchweizZwei Orte des Wissens
Fatimiden-Kalifat
909 – 1171
Fatimiden-Kalifat
909 – 1171Almoraviden und Almohaden
1040 – 1269
Almoraviden und Almohaden
1040 – 1269Zwei amazighische Dynastien, die von der Sahara bis nach Spanien herrschten. Die Almoraviden gründeten um 1070 Marrakesch; die Almohaden vereinten Nordafrika von Marokko bis Libyen.
HeuteMarokkoMauretanienAlgerienTunesienLibyen
Quellen43GlossarAmazigh (Berber)
Swahili-Stadtstaaten
ca. 800 – 16. Jh.
Swahili-Stadtstaaten
ca. 800 – 16. Jh.Mapungubwe
ca. 1075 – 1220
Mapungubwe
ca. 1075 – 1220Ife
12. – 15. Jh.
Ife
12. – 15. Jh.Um 1300 gelangte Gold aus Westafrika und vom Simbabwe-Plateau bis ans Mittelmeer, in den Nahen Osten und nach Asien. Wer diesen Handel kontrollierte, konnte ein Reich aufbauen.
Nächste Lektion →Die grossen Reiche
Ab dem 13. Jahrhundert wuchsen einige Staaten zu Reichen heran, die viele Völker, Sprachen und Religionen regierten. Ihre Gelehrten, Chronisten und Griots bewahrten Aufzeichnungen und Geschichten, die bis heute gelesen und vorgetragen werden.
Mali-Reich
ca. 1235 – 1600
Mali-Reich
ca. 1235 – 1600Von Sundiata Keita gegründet; seine Gründungsregeln sind als Charta von Manden (Kurukan Fuga) überliefert. 1324 reiste Mansa Musa mit so viel Gold nach Mekka, dass dessen Preis in Kairo fiel.
HeuteMaliGuineaSenegalGambiaMauretanien
In der SchweizZwei Gründungsbünde
Quellen561140415152GlossarMansaCharta von MandenGriot (Jeli)
Timbuktu
ab dem 12. Jh.
Timbuktu
ab dem 12. Jh.Songhai-Reich
ca. 1464 – 1591
Songhai-Reich
ca. 1464 – 1591Great Zimbabwe
ca. 1100 – 1450
Great Zimbabwe
ca. 1100 – 1450Mutapa
ca. 1430 – 1760
Mutapa
ca. 1430 – 1760Äthiopisches Kaiserreich
1270 – 1974
Äthiopisches Kaiserreich
1270 – 1974Sultanat Adal
ca. 1415 – 1577
Sultanat Adal
ca. 1415 – 1577Ajuran-Sultanat
13. – 17. Jh.
Ajuran-Sultanat
13. – 17. Jh.Beherrschte das Shabelle-Tal und den Handel der somalischen Küste, mit Brunnen, Bewässerungsanlagen und Verbindungen über den Indischen Ozean.
Quellen58GlossarSultanatHandel im Indischen Ozean
Jolof-Reich
ca. 1350 – 1549
Jolof-Reich
ca. 1350 – 1549Ein Bund von Wolof-Staaten zwischen den Flüssen Senegal und Gambia, der Überlieferung nach von Ndiadiane Ndiaye gegründet.
Quellen759GlossarMündliche Überlieferung
Hausa-Stadtstaaten
ca. 1000 – 1808
Hausa-Stadtstaaten
ca. 1000 – 1808Kano, Katsina, Zazzau und weitere ummauerte Städte des Handels, der Textilien und der Lederverarbeitung. Königin Amina von Zazzau ist als Kriegerkönigin des 16. Jahrhunderts überliefert.
Quellen260GlossarStadtstaat
Mossi-Königreiche
ca. 1400 – 1896
Mossi-Königreiche
ca. 1400 – 1896Ouagadougou, Yatenga und weitere Königreiche blieben unabhängig von Mali und Songhai. Der Mogho Naba von Ouagadougou hat sein Amt bis heute inne.
HeuteBurkina Faso
Quellen13GlossarMogho Naba
Im 15. Jahrhundert begannen portugiesische Schiffe, entlang der Atlantikküste Afrikas nach Süden zu segeln. Der Handel verlagerte sich von der Wüste aufs Meer, und bald handelte man auch mit Menschen.
Nächste Lektion →Das atlantische Zeitalter
Über mehr als drei Jahrhunderte verband der Atlantikhandel Afrika mit Europa und den Amerikas, und ein grosser Teil davon war Handel mit versklavten Menschen. Zur gleichen Zeit bauten Königreiche in den Wäldern, den Savannen und der Region der Grossen Seen starke Höfe und Armeen auf und schufen Kunst, die heute in Museen auf der ganzen Welt liegt.
Der transatlantische Sklavenhandel
1501 – 1866
Der transatlantische Sklavenhandel
1501 – 1866Rund 12,5 Millionen Afrikanerinnen und Afrikaner wurden auf Schiffe in die Amerikas gezwungen; etwa 10,7 Millionen überlebten die Überfahrt. Millionen weitere wurden durch die Sahara und über den Indischen Ozean verschleppt. Der Punkt markiert Elmina, eine der Festungen an der Goldküste.
In der SchweizSchweizer Geld im Sklavenhandel
Quellen761626379GlossarTranssaharahandelHandel im Indischen OzeanDreieckshandelGoldküste
Königreich Kongo
ca. 1390 – 1914
Königreich Kongo
ca. 1390 – 1914Ndongo und Matamba
16. – 18. Jh.
Ndongo und Matamba
16. – 18. Jh.Königreich Benin
ca. 1180 – 1897
Königreich Benin
ca. 1180 – 1897Im Süden des heutigen Nigeria, nicht im Staat Benin. Seine Giesserzunft schuf Tausende Messingplatten und Köpfe für den Königspalast. Der Oba von Benin regiert bis heute.
HeuteNigeria
In der SchweizBenin-Objekte in Schweizer Museen
Oyo-Reich
ca. 1400 – 1836
Oyo-Reich
ca. 1400 – 1836Asante
1701 – 1902
Asante
1701 – 1902Von Osei Tutu rund um Kumasi gegründet und durch den Goldenen Stuhl geeint. Gold und Kente-Stoffe machten es reich; der Asantehene regiert bis heute.
HeuteGhana
In der SchweizKofi Annan
Quellen71GlossarAsantehene und der Goldene Stuhl
Dahomey
ca. 1600 – 1904
Dahomey
ca. 1600 – 1904Kaabu
ca. 1537 – 1867
Kaabu
ca. 1537 – 1867Ein Mandinka-Königreich, einst eine Provinz Malis, im heutigen Guinea-Bissau, Senegal und Gambia. Es endete 1867 mit dem Fall der Hauptstadt Kansala.
Luba und Lunda
ca. 1585 – 1889
Luba und Lunda
ca. 1585 – 1889Kuba-Reich
ca. 1625 – 1900
Kuba-Reich
ca. 1625 – 1900Bekannt für Raffiastoffe und geschnitzte Königsbildnisse (Ndop); der Überlieferung nach von Shyaam a-Mbul gegründet.
HeuteDR Kongo
Quellen1173GlossarMündliche Überlieferung
Königreiche der Grossen Seen
ca. 1400 – heute
Königreiche der Grossen Seen
ca. 1400 – heuteFunj-Sultanat von Sennar
1504 – 1821
Funj-Sultanat von Sennar
1504 – 1821Sultanat Darfur
ca. 1603 – 1916
Sultanat Darfur
ca. 1603 – 1916Merina
ca. 1540 – 1897
Merina
ca. 1540 – 1897Ein Königreich im Hochland Madagaskars. Andrianampoinimerina und seine Nachfolger einten den grössten Teil der Insel; Frankreich schickte Königin Ranavalona III. 1897 ins Exil.
HeuteMadagaskar
Quellen78
Grossbritannien verbot seinen Sklavenhandel 1807; andere Länder folgten langsam, Brasilien schaffte die Sklaverei erst 1888 ab. Im 19. Jahrhundert veränderten Reformbewegungen und neue Staaten den Kontinent von innen.
Nächste Lektion →Ein Jahrhundert des Wandels
Gelehrte gründeten Staaten, Könige bauten Armeen, Schulen und Schriften auf, und im Süden entstanden neue Königreiche. Bis etwa 1880 kontrollierten europäische Mächte nur rund einen Zehntel Afrikas, vor allem an den Küsten und in Algerien.
Kalifat Sokoto
1804 – 1903
Kalifat Sokoto
1804 – 1903Zulu-Königreich
1816 – 1897
Zulu-Königreich
1816 – 1897Königreich der Basotho
1820er-Jahre – heute
Königreich der Basotho
1820er-Jahre – heuteSwasi-Königreich
18. Jh. – heute
Swasi-Königreich
18. Jh. – heuteNdebele-Königreich
ca. 1838 – 1894
Ndebele-Königreich
ca. 1838 – 1894Von Mzilikazi im Westen des heutigen Simbabwe gegründet; sein Sohn Lobengula gründete Bulawayo als Hauptstadt. Die British South Africa Company eroberte es 1893–94.
HeuteSimbabwe
Quellen84GlossarPrivilegierte Handelsgesellschaft
Tukulor-Reich
1848 – 1893
Tukulor-Reich
1848 – 1893Wassoulou-Reich
1878 – 1898
Wassoulou-Reich
1878 – 1898Samory Touré baute einen Staat und eine moderne Armee auf, die der französischen Eroberung bis 1898 standhielten.
Quellen86
Bamum
ca. 1394 – heute
Bamum
ca. 1394 – heuteInnerhalb von 30 Jahren sollten europäische Staaten fast den ganzen Kontinent für sich beanspruchen.
Nächste Lektion →Aufteilung und Widerstand
Zwischen 1884 und 1914 teilten europäische Staaten fast den ganzen Kontinent unter sich auf, oft entlang von Grenzen, die in Europa auf Karten gezogen wurden. Widerstand kam aus allen Regionen: in Schlachten und Aufständen, vor Gerichten und in Schriften.
Berliner Konferenz
1884 – 1885
Berliner Konferenz
1884 – 1885Vierzehn Staaten trafen sich in Berlin, um Regeln für die Inbesitznahme afrikanischer Gebiete festzulegen. Keine Afrikanerin und kein Afrikaner war eingeladen. 1914 waren nur noch Äthiopien und Liberia unabhängig.
Quellen89GlossarWettlauf um AfrikaBerliner Konferenz
Adua
1. März 1896
Adua
1. März 1896Kaiser Menelik II. und Kaiserin Taytu Betul besiegten eine einmarschierende italienische Armee. Äthiopien blieb unabhängig, und Adua wurde zum Symbol in ganz Afrika und seiner Diaspora.
HeuteÄthiopien
In der SchweizAlfred Ilg und Menelik II.
Benin City, 1897
1897
Benin City, 1897
1897Britische Truppen nahmen die Stadt ein und plünderten Tausende Objekte, heute als Benin-Bronzen bekannt. 2022 übertrug Deutschland das Eigentum an mehr als 1100 davon an Nigeria.
HeuteNigeria
In der SchweizBenin-Objekte in Schweizer Museen
Quellen666791GlossarProvenienzforschung und Rückgabe
Yaa Asantewaa
1900
Yaa Asantewaa
1900Die Königinmutter von Ejisu führte den Krieg der Asante gegen die britische Herrschaft an, nachdem der Gouverneur den Goldenen Stuhl gefordert hatte.
HeuteGhana
Quellen7192GlossarAsantehene und der Goldene StuhlKöniginmutter
Kongo-Freistaat
1885 – 1908
Kongo-Freistaat
1885 – 1908Als Privatbesitz von König Leopold II. von Belgien geführt. Zwangsarbeit für Kautschuk und die Gewalt, mit der sie durchgesetzt wurde, kosteten Millionen Menschen das Leben; 1908 übernahm Belgien die Kolonie.
HeuteDR Kongo
In der SchweizSchweizer in Kolonialarmeen
Quellen9398GlossarZwangsarbeit
Herero und Nama
1904 – 1908
Herero und Nama
1904 – 1908In Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia, tötete die Kolonialarmee Zehntausende Herero und Nama. Deutschland erkannte dies 2021 als Völkermord an.
HeuteNamibia
Quellen94GlossarVölkermord
Maji-Maji
1905 – 1907
Maji-Maji
1905 – 1907Gemeinschaften im ganzen Süden Deutsch-Ostafrikas erhoben sich gegen den erzwungenen Baumwollanbau. Die Schätzungen der Toten durch Krieg und Hunger reichen von 75’000 bis 300’000.
HeuteTansania
Quellen109596GlossarZwangsarbeit
Äthiopien unter Besatzung
1936 – 1941
Äthiopien unter Besatzung
1936 – 1941Das faschistische Italien marschierte 1935 ein und hielt das Land bis 1941 besetzt, als äthiopische und alliierte Truppen es vertrieben und Kaiser Haile Selassie nach Addis Abeba zurückkehrte.
HeuteÄthiopien
In der SchweizHaile Selassie in Genf
Panafrikanische Kongresse
1900 – 1945
Panafrikanische Kongresse
1900 – 1945Von der ersten Panafrikanischen Konferenz in London 1900 bis zum Kongress in Manchester 1945 forderten Aktivistinnen und Aktivisten aus Afrika, der Karibik und den Amerikas Selbstbestimmung. Kwame Nkrumah und Jomo Kenyatta waren in Manchester dabei.
Quellen97GlossarPanafrikanismusDiaspora
Afrikanische Soldaten kämpften an vielen Fronten des Zweiten Weltkriegs. Danach waren die Unabhängigkeitsbewegungen nicht mehr aufzuhalten.
Nächste Lektion →Unabhängigkeit und die 54 Länder
Ghana machte 1957 den Anfang, 1960 folgten siebzehn Länder, und zwischen 1974 und 1994 endeten die letzten Kolonien und Minderheitsregierungen. Mit dem Regler unter der Karte lässt sich verfolgen, wie sie sich Jahr für Jahr füllt.
Ghana
6. März 1957
Ghana
6. März 1957Die erste Kolonie südlich der Sahara, die unabhängig wurde. Kwame Nkrumah: «Unsere Unabhängigkeit ist bedeutungslos, wenn sie nicht mit der vollständigen Befreiung des afrikanischen Kontinents verbunden ist.»
HeuteGhana
In der SchweizKofi Annan
Quellen9GlossarDekolonisierungBefreiungsbewegung
1960, das Afrikanische Jahr
1960
1960, das Afrikanische Jahr
1960Siebzehn Länder wurden in einem einzigen Jahr unabhängig, darunter Nigeria, die DR Kongo, Senegal, Madagaskar und Somalia.
Quellen9
Organisation für Afrikanische Einheit
25. Mai 1963
Organisation für Afrikanische Einheit
25. Mai 1963Von 32 unabhängigen Staaten in Addis Abeba gegründet; der 25. Mai wird als Afrikatag gefeiert. 2002 wurde daraus die Afrikanische Union, die heute 55 Mitgliedstaaten hat.
HeuteÄthiopien
Quellen103GlossarAfrikanische Union
Algerien
1954 – 1962
Algerien
1954 – 1962Acht Jahre Krieg beendeten 132 Jahre französischer Herrschaft.
HeuteAlgerien
In der SchweizDie Verhandlungen von Évian
Kriege gegen die portugiesische Herrschaft
1961 – 1975
Kriege gegen die portugiesische Herrschaft
1961 – 1975Die Befreiungskriege in Angola, Guinea-Bissau und Mosambik dauerten mehr als ein Jahrzehnt. Sie trugen 1974 zum Sturz der Diktatur in Portugal bei; die Unabhängigkeit folgte 1974 und 1975.
HeuteAngolaMosambikGuinea-BissauCabo VerdeSão Tomé und Príncipe
Quellen9101GlossarDekolonisierungBefreiungsbewegung
Südafrika
27. April 1994
Südafrika
27. April 1994Südsudan
9. Juli 2011
Südsudan
9. Juli 2011Das jüngste Land Afrikas und der Welt, nach einem Referendum, in dem fast 99 Prozent für die Unabhängigkeit stimmten.
HeuteSüdsudan
Quellen810GlossarDekolonisierung
Heute zählt Afrika 54 Länder, rund 1,5 Milliarden Menschen und mehr als 2000 Sprachen. Das Medianalter liegt bei etwa 19 Jahren, so tief wie auf keinem anderen Kontinent. Die nächsten Schichten entstehen jetzt.
Nächste Lektion →Die Schweiz und Afrika
Die Schweiz hatte nie eigene Kolonien, doch ihre Geschichte kreuzt jene Afrikas immer wieder: durch Heilige und Gelehrte, Kaufleute und Missionsgesellschaften, Soldaten, Forschende und Diplomaten. Diese Schicht folgt diesen Verbindungen durch alle früheren hindurch. Belegte Verbindungen sind auf der Karte als Linien eingezeichnet; Parallelen, also Ähnliches, das zur gleichen Zeit ohne direkte Verbindung geschah, als Ringe.
VerbindungSchweizGemeinsame Vorfahren
vor ca. 70’000 – 45’000 Jahren
Gemeinsame Vorfahren
vor ca. 70’000 – 45’000 JahrenDie ersten Menschen unserer Art im Gebiet der heutigen Schweiz stammten von Gruppen ab, die Afrika vor etwa 70’000 bis 50’000 Jahren verliessen und Europa vor rund 45’000 Jahren erreichten.
Siehe auchJebel IrhoudOmo Kibish
Quellen1214212425GlossarHomo sapiens
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Genomstudien zeigen, dass die Vorfahren aller heute ausserhalb Afrikas lebenden Menschen den Kontinent vor allem vor etwa 70’000 bis 50’000 Jahren verliessen (Nielsen 2017; Bergström 2021). Knochen aus der Bacho-Kiro-Höhle in Bulgarien belegen den Homo sapiens in Europa vor rund 45’000 Jahren (Hublin 2020). Auf dem Gebiet der heutigen Schweiz stammen die meisten Spuren früher moderner Menschen, etwa aus dem Kesslerloch bei Thayngen, aus der Zeit nach der letzten Eiszeit, vor rund 15’000 Jahren.
Kritische Lektüre
«Out of Africa» wird oft als ein einziger Aufbruch erzählt. Die Forschung beschreibt heute mehrere Wellen, die Vermischung mit Neandertalern unterwegs (Menschen ausserhalb Afrikas tragen 1 bis 2 Prozent Neandertaler-DNA) und einen gesamtafrikanischen Ursprung: Die ältesten Fossilien stammen aus Marokko und Äthiopien, nicht aus einer einzigen «Wiege». Genetische Daten aus Afrika selbst sind im Vergleich zu Europa noch spärlich, was das Wissen prägt.
Wichtigste Quellen
- 12Hublin, Jean-Jacques et al. (2017). New fossils from Jebel Irhoud, Morocco and the pan-African origin of Homo sapiens. Begutachtet
- 14Vidal, Céline M. et al. (2022). Age of the oldest known Homo sapiens from eastern Africa. Begutachtet
- 21Nielsen, Rasmus et al. (2017). Tracing the peopling of the world through genomics. Begutachtet
- 24Hublin, Jean-Jacques et al. (2020). Initial Upper Palaeolithic Homo sapiens from Bacho Kiro Cave, Bulgaria. Begutachtet
- 25Bergström, Anders et al. (2021). Origins of modern human ancestry. Begutachtet
VerbindungSaint-Maurice, Zürich, Solothurn, ZurzachDie Thebäische Legion
Legende, um 300
Die Thebäische Legion
Legende, um 300Eine um 440 erstmals aufgeschriebene Legende erzählt von einer römischen Legion aus Theben in Oberägypten, die bei Agaunum, dem heutigen Saint-Maurice im Wallis, getötet wurde, weil sie ihren christlichen Glauben nicht aufgeben wollte. Ihr Anführer Mauritius wurde zu einem der meistverehrten Heiligen Europas und ab dem 13. Jahrhundert oft als Afrikaner dargestellt; St. Moritz trägt seinen Namen. Auch Felix und Regula, die Stadtheiligen Zürichs, sollen zu dieser Legion gehört haben, ebenso Urs und Viktor von Solothurn und Verena von Zurzach.
HeuteÄgypten
Siehe auchAltes Ägypten
Quellen107117118151GlossarLegende und Hagiografie
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Der älteste Bericht, die Passion der Märtyrer von Agaunum, wurde um 440 von Bischof Eucherius von Lyon verfasst, rund 150 Jahre nach den geschilderten Ereignissen. Die Abtei Saint-Maurice, 515 vom Burgunderkönig Sigismund an diesem Ort gegründet, ist eines der ältesten noch bestehenden Klöster des Westens. Ab der Mitte des 13. Jahrhunderts, beginnend mit einer Statue im Magdeburger Dom, wurde Mauritius oft als Schwarzer Afrikaner dargestellt (Suckale-Redlefsen 1987).
Kritische Lektüre
Historikerinnen und Historiker bezweifeln, dass eine ganze Legion von mehreren tausend Mann hingerichtet wurde; David Woods (1994) zeigt, wie die Geschichte aus älteren Märtyrertraditionen zusammengesetzt wurde. «Thebäisch» verweist auf Oberägypten, und das Bild des Schwarzen Mauritius sagt mehr über mittelalterliche europäische Vorstellungen von Afrika, die Kreuzzüge und die Reichspolitik aus als über seine Herkunft. Die Zürcher Legende von Felix und Regula wurde erst Jahrhunderte später aufgeschrieben.
Wichtigste Quellen
- 107Historisches Lexikon der Schweiz / Dictionnaire historique de la Suisse (online). articles on colonialism, the Landsgemeinde, the Federal Charter, the Theban Legion and Christoph Burckhardt. Nachschlagewerk
- 117Suckale-Redlefsen, Gude (1987). Mauritius: Der heilige Mohr / The Black Saint Maurice. Wissenschaftliches Buch
- 118Bindman, David & Gates, Henry Louis Jr. (eds.) (2010). The Image of the Black in Western Art, vol. II, part 1 (Jean Devisse): From the Demonic Threat to the Incarnation of Sainthood. Wissenschaftliches Buch
- 151Woods, David (1994). The origin of the legend of Maurice and the Theban Legion. Begutachtet
ParalleleSt. GallenZwei Orte des Wissens
9. Jh.
Zwei Orte des Wissens
9. Jh.859 gründete Fatima al-Fihri in Fès die al-Qarawiyyin. Im selben Jahrhundert bauten die Mönche von St. Gallen eine Bibliothek auf, die bis heute Handschriften aus jener Zeit bewahrt. Die UNESCO führt sowohl die Medina von Fès als auch den Stiftsbezirk St. Gallen als Welterbe.
HeuteMarokko
Siehe auchIdrisiden und Fès
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Die al-Qarawiyyin begann als Moschee, gegründet von Fatima al-Fihri, einer Frau aus Kairouan; um sie herum entstanden Lehrkreise, und 1963 wurde sie Teil des staatlichen Universitätssystems Marokkos. Das Kloster St. Gallen, 719 an der Stelle der Zelle des Einsiedlers Gallus gegründet, baute eine der grossen Bibliotheken Europas auf; sie bewahrt bis heute rund 2100 Handschriften und den um 820 gezeichneten St. Galler Klosterplan.
Kritische Lektüre
Ob die al-Qarawiyyin die «älteste Universität» ist, hängt von der Definition ab: Die europäische Universität war eine selbstverwaltete Körperschaft, zuerst 1088 in Bologna, während Moscheehochschulen anders organisiert waren. Afrikanische und islamische Institutionen am europäischen Modell zu messen, ist selbst eine Gewohnheit, die die Geschichtswissenschaft hinterfragt. Es handelt sich nur um eine Parallele: Eine Verbindung zwischen Fès und St. Gallen im 9. Jahrhundert ist nicht bekannt.
ParalleleSchwyzZwei Gründungsbünde
1236 und 1291
Zwei Gründungsbünde
1236 und 1291Mali und die Schweiz erinnern sich beide an einen Gründungsbund. Die Charta von Manden, der Überlieferung nach 1236 in Kurukan Fuga verkündet, wurde von Griots weitergegeben und 2009 in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Der Bundesbrief von 1291, ein lateinisches Pergament in Schwyz, wurde erst im 19. Jahrhundert zum Gründungsdokument der Schweiz; der 1. August wurde 1891 zum ersten Mal gefeiert.
HeuteMali
Siehe auchMali-Reich
Quellen5152107119GlossarMündliche ÜberlieferungCharta von MandenBundesbriefGriot (Jeli)
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Der Bundesbrief von 1291 ist einer von mehreren Bünden zwischen Talgemeinschaften; jahrhundertelang galten der Rütlischwur und der Bund von Brunnen von 1315 als Gründung. Erst 1891 machte der Bundesrat 1291 zum Gründungsjahr; der 1. August ist seit 1994 ein Feiertag. Der heute als Charta von Manden zitierte Text wurde 1998 an einem Treffen traditioneller Überlieferer in Kankan, Guinea, aus mündlichen Fassungen zusammengestellt.
Kritische Lektüre
Roger Sablonier (2008) liest den Bund von 1291 als lokales Friedensabkommen regionaler Eliten, nicht als Geburt einer Nation; Wilhelm Tell ist Legende. Ebenso behandelt die Forschung den Text von Kurukan Fuga als mündliche Überlieferung, die ihre heutige Fassung im 20. Jahrhundert erhielt. Beide «Chartas» wurden zu Gründungserinnerungen moderner Nationsbildung, in der Schweiz in den 1890er-Jahren, in Mali und Guinea nach der Unabhängigkeit.
Wichtigste Quellen
- 51Niane, Djibril Tamsir (1965). Sundiata: An Epic of Old Mali, trans. G. D. Pickett. Primärquelle
- 52UNESCO Intangible Cultural Heritage (2009). Manden Charter, proclaimed in Kurukan Fuga. Amtlich, institutionell
- 107Historisches Lexikon der Schweiz / Dictionnaire historique de la Suisse (online). articles on colonialism, the Landsgemeinde, the Federal Charter, the Theban Legion and Christoph Burckhardt. Nachschlagewerk
- 119Sablonier, Roger (2008). Gründungszeit ohne Eidgenossen: Politik und Gesellschaft in der Innerschweiz um 1300. Wissenschaftliches Buch
VerbindungBern, Zürich, Basel, NeuenburgSchweizer Geld im Sklavenhandel
ca. 1719 – 1830
Schweizer Geld im Sklavenhandel
ca. 1719 – 1830Die Städte Bern und Zürich kauften Aktien der britischen South Sea Company, die versklavte Afrikanerinnen und Afrikaner nach Spanisch-Amerika verschiffte. Bedruckte Baumwollstoffe aus Schweizer Manufakturen wurden an der westafrikanischen Küste gegen Gefangene getauscht. Zwischen 1773 und 1830 beteiligten sich Schweizer Kaufleute an rund hundert Fahrten ab französischen Häfen, auf denen etwa 18’000 bis 25’000 Menschen verschleppt wurden; die Basler Firma Christoph Burckhardt & Cie war an 21 Überfahrten mit 7350 versklavten Menschen beteiligt. Der Neuenburger David de Pury hielt Anteile an einer portugiesischen Gesellschaft, die Gefangene von Angola nach Brasilien verschiffte; der Punkt markiert Luanda.
HeuteAngola
Siehe auchDer transatlantische Sklavenhandel
Quellen62107110111112113114115116GlossarAsientoDreieckshandelIndiennesPrivilegierte Handelsgesellschaft
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Die Beteiligung der Schweiz hatte viele Formen: Stadtregierungen und private Anleger hielten Anteile an Handelsgesellschaften, Kaufleute finanzierten und versicherten Fahrten ab französischen Häfen, Textilfirmen lieferten die als Tauschware verwendeten Indiennes, und Schweizer Familien besassen Plantagen in der Karibik und in Surinam, auf denen versklavte Menschen arbeiteten. Schweizer Soldaten dienten zudem in der französischen Truppe, die 1802–03 gegen die Haitianische Revolution geschickt wurde.
Kritische Lektüre
Lange galt offiziell, ein Land ohne Kolonien und Häfen habe mit dem Sklavenhandel nichts zu tun gehabt. Forschung seit den frühen 2000er-Jahren (David, Etemad und Schaufelbuehl 2005; Fässler 2005) und Studien im Auftrag von Städten, etwa Zürichs 2020, haben dieses Bild widerlegt. Die Zahlen bleiben Schätzungen, weil viele Geschäftsunterlagen verloren oder noch in Privatbesitz sind.
Wichtigste Quellen
- 62SlaveVoyages (online). Trans-Atlantic Slave Trade Database. Museum, Archiv, Daten
- 107Historisches Lexikon der Schweiz / Dictionnaire historique de la Suisse (online). articles on colonialism, the Landsgemeinde, the Federal Charter, the Theban Legion and Christoph Burckhardt. Nachschlagewerk
- 110David, Thomas, Etemad, Bouda & Schaufelbuehl, Janick Marina (2005). Schwarze Geschäfte: Die Beteiligung von Schweizern an Sklaverei und Sklavenhandel im 18. und 19. Jahrhundert (French: La Suisse et l’esclavage des Noirs). Wissenschaftliches Buch
- 111Fässler, Hans (2005). Reise in Schwarz-Weiss: Schweizer Ortstermine in Sachen Sklaverei. Wissenschaftliches Buch
- 112Stettler, Niklaus, Haenger, Peter & Labhardt, Robert (2004). Baumwolle, Sklaven und Kredite: Die Basler Welthandelsfirma Christoph Burckhardt & Cie. in revolutionärer Zeit (1789–1815). Wissenschaftliches Buch
- 113Brengard, Marcel, Schubert, Frank & Zürcher, Lukas (2020). Die Beteiligung der Stadt Zürich sowie der Zürcherinnen und Zürcher an Sklaverei und Sklavenhandel vom 17. bis ins 19. Jahrhundert (report for the City of Zürich). Amtlich, institutionell
- 114Swiss National Museum (2024). colonial: Switzerland’s Global Entanglements (exhibition, Zürich 2024–25). Museum, Archiv, Daten
- 115Swiss Finance Museum (online). The Transatlantic Slave Trade, part 2: the South Sea Company. Museum, Archiv, Daten
- 116Historisches Lexikon der Schweiz (2024). Burckhardt, Christoph. Nachschlagewerk
VerbindungLausanne, BaselJohann Ludwig Burckhardt
1813
Johann Ludwig Burckhardt
1813Der Reisende Johann Ludwig Burckhardt, 1784 in Lausanne in eine Basler Familie geboren, beschrieb 1813 als erster bekannter Europäer die Tempel von Abu Simbel, die damals halb im Sand lagen. Er reiste als Scheich Ibrahim, starb 1817 in Kairo und ist dort begraben.
HeuteÄgypten
Siehe auchAltes Ägypten
Quellen120
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Burckhardt reiste für die African Association in London, 1788 zur Erforschung des afrikanischen Inneren gegründet, die ihn beauftragte, von Kairo aus den Niger zu erreichen. Zur Vorbereitung studierte er in Aleppo Arabisch und islamisches Recht. Unterwegs beschrieb er 1812 Petra und 1813 Abu Simbel, und 1814 pilgerte er nach Mekka. Er starb 1817 in Kairo, bevor er zum Niger aufbrechen konnte.
Kritische Lektüre
«Erster Europäer, der beschrieb» ist ein europäischer Massstab: Die Menschen in der Nähe von Abu Simbel und Petra kannten beide Orte. Burckhardts Reisen beruhten auf Führern, Händlern und Gewährsleuten, deren Namen seine Bücher selten nennen, und sie dienten britischen Interessen an afrikanischen Handelswegen, die später in die imperiale Expansion mündeten.
Wichtigste Quellen
- 120Burckhardt, John Lewis [Johann Ludwig] (1819). Travels in Nubia. Primärquelle
VerbindungBaselDie Basler Mission
ab 1828
Die Basler Mission
ab 1828Ab 1828 wirkte die Basler Mission an der Goldküste, dem heutigen Ghana, ab 1886 auch in Kamerun. 1843 holte sie Christinnen und Christen aus Jamaika nach Akropong. Ihre Schulen trugen dazu bei, Twi und Ga zu verschriftlichen. Ihre Handelsgesellschaft wurde zu einer grossen Exporteurin von Kakao der Goldküste, mit dem auch Schweizer Schokoladefabriken beliefert wurden. Rund 10’000 von Missionaren gesammelte Objekte befinden sich heute im Museum der Kulturen Basel.
Quellen108114121122123124125GlossarMissionsgesellschaftGoldküste
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Die Evangelische Missionsgesellschaft in Basel wurde 1815 gegründet und schickte 1828 ihre ersten vier Missionare an die Goldküste; innerhalb weniger Jahre waren die meisten gestorben. Andreas Riis verlegte die Arbeit 1835 nach Akropong. Ab 1859 verkaufte eine Missions-Handelsgesellschaft europäische Waren und kaufte Palmöl und später Kakao; ab 1928 handelte sie als Union Trading Company. Als Grossbritannien im Ersten Weltkrieg die deutschsprachigen Missionare auswies, führten afrikanische Gemeinden die Arbeit weiter; aus ihnen gingen die Presbyterianische Kirche Ghanas und die Presbyterianische Kirche in Kamerun hervor.
Kritische Lektüre
Peter Haenger (1997) zeigt, dass die Mission Sklaverei und Schuldknechtschaft unter ihren eigenen Mitgliedern an der Goldküste lange duldete, auch nachdem Grossbritannien die Sklaverei in der Kolonie 1874 verboten hatte. Andrea Franc (2008) zeigt, wie der Missionshandel Schweizer Schokolade mit kolonialem Kakao verband. Jon Miller (2003) analysiert die strenge Kontrolle, die das Basler Komitee über Missionare und afrikanische Mitarbeitende ausübte. Ein grosser Teil der Arbeit, von der Predigt bis zu Johann Gottlieb Christallers Grammatik und Wörterbuch des Twi, beruhte auf afrikanischen Katecheten und Gelehrten; der Pfarrer Carl Christian Reindorf schrieb die erste Geschichte der Goldküste aus ghanaischer Feder, 1895 in Basel erschienen. Wie die 10’000 Objekte nach Basel kamen, als Geschenk, Kauf oder bei Bekehrungen beschlagnahmt, ist erst teilweise erforscht.
Wichtigste Quellen
- 108Purtschert, Patricia & Fischer-Tiné, Harald (eds.) (2015). Colonial Switzerland: Rethinking Colonialism from the Margins. Wissenschaftliches Buch
- 114Swiss National Museum (2024). colonial: Switzerland’s Global Entanglements (exhibition, Zürich 2024–25). Museum, Archiv, Daten
- 121Haenger, Peter (1997). Sklaverei und Sklavenemanzipation an der Goldküste. Wissenschaftliches Buch
- 122Franc, Andrea (2008). Wie die Schweiz zur Schokolade kam: Der Kakaohandel der Basler Handelsgesellschaft mit der Kolonie Goldküste (1893–1960). Wissenschaftliches Buch
- 123Miller, Jon (2003). Missionary Zeal and Institutional Control: Organizational Contradictions in the Basel Mission on the Gold Coast, 1828–1917. Wissenschaftliches Buch
- 124mission 21 (online). Basel Mission Archives. Museum, Archiv, Daten
- 125Debrunner, Hans Werner (1991). Schweizer im kolonialen Afrika. Wissenschaftliches Buch
VerbindungAus der ganzen SchweizSchweizer in Kolonialarmeen
1831 – 1962
Schweizer in Kolonialarmeen
1831 – 1962Zwischen 1831 und 1962 dienten rund 15’000 bis 30’000 Schweizer in der französischen Fremdenlegion, von der Eroberung Algeriens an; ihr Stützpunkt war die meiste Zeit Sidi Bel Abbès, das auf der Karte markiert ist. Schweizer Offiziere dienten auch in der Armee des Kongo-Freistaats von Leopold II.
Siehe auchKongo-Freistaat
Quellen107109114125126152GlossarSöldner und Fremdenlegion
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Frankreich gründete 1831 die Fremdenlegion für ausländische Freiwillige, die vor allem zur Eroberung Algeriens eingesetzt wurden. Die Schweiz verbot 1859 die Anwerbung für fremde Dienste, und das Militärstrafgesetz von 1927 stellte den Dienst in einer fremden Armee unter Strafe; heimkehrende Schweizer Legionäre konnten verurteilt werden. Die Legion kämpfte in fast allen Kolonialkriegen Frankreichs, von Algerien bis Marokko, Madagaskar und Indochina.
Kritische Lektüre
Christian Koller (2013) zeigt, dass die meisten Schweizer aus Armut, Arbeitslosigkeit oder dem Wunsch zu fliehen eintraten, nicht aus kolonialer Überzeugung, und dass die Legion dennoch ein zentrales Instrument von Eroberung und Repression war, etwa in Algerien 1954–62. Die Schweizer Erinnerung an Solddienste konzentriert sich auf frühere Jahrhunderte und die Päpstliche Garde; das koloniale Kapitel wird selten erzählt. Die Schätzung von 15’000 bis 30’000 Schweizern ist breit, weil die Rekrutierungslisten unvollständig sind.
Wichtigste Quellen
- 107Historisches Lexikon der Schweiz / Dictionnaire historique de la Suisse (online). articles on colonialism, the Landsgemeinde, the Federal Charter, the Theban Legion and Christoph Burckhardt. Nachschlagewerk
- 109Purtschert, Patricia, Lüthi, Barbara & Falk, Francesca (eds.) (2012). Postkoloniale Schweiz: Formen und Folgen eines Kolonialismus ohne Kolonien. Wissenschaftliches Buch
- 114Swiss National Museum (2024). colonial: Switzerland’s Global Entanglements (exhibition, Zürich 2024–25). Museum, Archiv, Daten
- 125Debrunner, Hans Werner (1991). Schweizer im kolonialen Afrika. Wissenschaftliches Buch
- 126Rossinelli, Fabio (2022). Géographie et impérialisme: de la Suisse au Congo entre exploration géographique et conquête coloniale. Wissenschaftliches Buch
- 152Koller, Christian (2013). Die Fremdenlegion: Kolonialismus, Söldnertum, Gewalt 1831–1962. Wissenschaftliches Buch
VerbindungNeuenburg, AgassizhornLouis Agassiz und Renty
1850 – heute
Louis Agassiz und Renty
1850 – heuteDer Naturforscher Louis Agassiz, berühmt für seine Gletscherforschung in Neuenburg, lehrte in den USA, die menschlichen «Rassen» seien getrennt erschaffen worden. 1850 liess er auf Plantagen in South Carolina versklavte Menschen fotografieren, darunter Renty, der laut Beschriftung aus dem Kongo stammte. Seit 2007 fordert eine Kampagne, das Agassizhorn zwischen Bern und Wallis in Rentyhorn umzubenennen; 2008 brachte die Künstlerin Sasha Huber auf dem Gipfel eine Tafel mit Rentys Bildnis an.
Quellen111127128129148GlossarPolygenismus
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Louis Agassiz (1807–1873), in Môtier im Kanton Freiburg geboren, lehrte ab 1832 an der Akademie in Neuenburg und zog 1846 in die USA, wo er das Museum of Comparative Zoology in Harvard gründete. 1850 fertigte der Fotograf J. T. Zealy für ihn 15 Daguerreotypien von sieben versklavten Menschen an, darunter Renty und seine Tochter Delia, um seine Theorie getrennt erschaffener «Rassen» zu stützen.
Kritische Lektüre
Brian Wallis (1995) und Molly Rogers (2010) lesen die Bilder als Instrumente eines «wissenschaftlichen» Rassismus, entstanden ohne Einwilligung. 2019 verklagte Tamara Lanier, die ihre Familie auf Renty zurückführt, Harvard wegen der Bilder. In der Schweiz lehnten die Gemeinden rund um das Agassizhorn eine Umbenennung des Gipfels ab; Neuenburg benannte stattdessen 2019 einen Platz nach Tilo Frey.
Wichtigste Quellen
- 111Fässler, Hans (2005). Reise in Schwarz-Weiss: Schweizer Ortstermine in Sachen Sklaverei. Wissenschaftliches Buch
- 127Wallis, Brian (1995). Black Bodies, White Science: Louis Agassiz’s Slave Daguerreotypes. Begutachtet
- 128Barbash, Ilisa, Rogers, Molly & Willis, Deborah (eds.) (2020). To Make Their Own Way in the World: The Enduring Legacy of the Zealy Daguerreotypes. Wissenschaftliches Buch
- 129Peabody Museum of Archaeology and Ethnology, Harvard University (1850). Daguerreotype, Renty, frontal (J. T. Zealy), label “Renty, Congo, on plantation of B. F. Taylor, Columbia, S.C.”. Museum, Archiv, Daten
- 148Ville de Neuchâtel (2018). Un espace à la mémoire de Tilo Frey (press release). Amtlich, institutionell
VerbindungGenfEine Genfer Gesellschaft in Algerien
1853 – 1950er-Jahre
Eine Genfer Gesellschaft in Algerien
1853 – 1950er-Jahre1853 übertrug Napoleon III. Genfer Financiers 20’000 Hektaren bei Sétif, Land, das den algerischen Bewohnerinnen und Bewohnern genommen worden war, um Schweizer Bauern anzusiedeln. Die Compagnie genevoise des Colonies suisses de Sétif behielt ihre Ländereien bis in die 1950er-Jahre. Der junge Henry Dunant arbeitete für sie und gründete dann in Algerien eine eigene Mühlengesellschaft; als er dafür 1859 Napoleons Unterstützung suchte, gelangte er auf das Schlachtfeld von Solferino. Was er dort sah, führte 1863 in Genf zur Gründung des Roten Kreuzes.
HeuteAlgerien
Quellen130131132GlossarKonzession
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Das kaiserliche Dekret von 1853 gab der Genfer Gesellschaft 20’000 Hektaren unter der Bedingung, Dörfer für Schweizer Siedler zu bauen. Es kamen nur wenige, und die meisten gingen wieder; die Gesellschaft wurde zur Grossgrundbesitzerin, die ihr Land an algerische Teilpächter verpachtete, und bestand bis 1956. Henry Dunant verwaltete eines ihrer Güter und gründete dann eine Mühlengesellschaft in Mons-Djémila, die 1867 Konkurs ging und ihn verschuldet zurückliess.
Kritische Lektüre
Claude Lützelschwab (2006) zeigt, dass das Land nach der französischen Eroberung algerischen Gemeinschaften weggenommen worden war; die Gesellschaft profitierte also direkt von kolonialer Enteignung. Die Geschichte des Roten Kreuzes wird meist ohne diesen kolonialen Geschäftshintergrund erzählt. Im Mai 1945 wurde Sétif Schauplatz eines Massakers, bei dem französische Truppen nach einer Demonstration Tausende Algerierinnen und Algerier töteten.
Wichtigste Quellen
- 130Lützelschwab, Claude (2006). La Compagnie genevoise des Colonies suisses de Sétif (1853–1956): un cas de colonisation privée en Algérie. Wissenschaftliches Buch
- 131Université de Genève, Campus (online). Le rêve genevois d’une colonie algérienne. Amtlich, institutionell
- 132Dunant, Henry (1862). Un souvenir de Solférino. Primärquelle
VerbindungLausanne, NeuenburgDie Mission romande im südlichen Afrika
1870er – 1970er-Jahre
Die Mission romande im südlichen Afrika
1870er – 1970er-JahreAb den 1870er-Jahren wirkten Missionare aus der Westschweiz unter Tsonga-sprachigen Gemeinschaften im Norden des heutigen Südafrika und im Süden Mosambiks, wo sie Schulen und Spitäler gründeten. Henri-Alexandre Junod aus Neuenburg beschrieb das Leben der Tsonga in einer zweibändigen Studie (1912–13) und schickte Schmetterlinge und Pflanzen an Schweizer Sammlungen.
Quellen133134GlossarMissionsgesellschaft
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Die Mission vaudoise schickte 1875 Paul Berthoud und Ernest Creux in den Norden des Transvaal; auf ihre Station Valdezia folgten Elim, wo 1899 ein Spital eröffnet wurde, und die Arbeit in Lourenço Marques, dem heutigen Maputo. Unter dem Namen Schweizer Mission in Südafrika betrieb sie Schulen, Spitäler und eine Druckerei auf Tsonga.
Kritische Lektüre
Patrick Harries (2007) zeigt, wie die sprachliche und ethnografische Arbeit der Missionare dazu beitrug, «die Tsonga» als ein Volk und eine Sprache festzuschreiben, eine Kategorie, die koloniale und später Apartheid-Verwaltungen nutzten, etwa für das Homeland Gazankulu. Zugleich bildeten Missionsschulen eine Generation afrikanischer Führungspersönlichkeiten aus, darunter Eduardo Mondlane, den Gründer der mosambikanischen Befreiungsbewegung FRELIMO. Afrikanische Evangelisten wie Yosefa Mhalamhala trugen einen grossen Teil der frühen Arbeit.
VerbindungFrauenfeld, ZürichAlfred Ilg und Menelik II.
ab 1879
Alfred Ilg und Menelik II.
ab 1879Alfred Ilg, ein Ingenieur aus Frauenfeld, kam 1879 an den Hof Meneliks und blieb fast dreissig Jahre; er wurde einer der engsten Berater des Kaisers, auch in den Jahren von Adua. 1894 erhielt er die Konzession für die Bahn von Dschibuti nach Addis Abeba, die 1917 fertiggestellt wurde. Seine Sammlung liegt im Völkerkundemuseum der Universität Zürich.
Siehe auchAdua
Quellen90135GlossarKonzession
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Alfred Ilg (1854–1916) studierte am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich und ging 1879 nach Schoa, wo Menelik damals König war. Er baute Wasserleitungen, Brücken und Gebäude, beriet in aussenpolitischen Fragen und erhielt 1894 die Bahnkonzession; 1896 wurde in Paris die Compagnie impériale des chemins de fer éthiopiens gegründet. Die Strecke erreichte 1902 Dire Dawa und 1917 Addis Abeba. Ilg verliess Äthiopien 1907 und starb in Zürich.
Kritische Lektüre
Ilg diente einem afrikanischen Herrscher, nicht einer Kolonialmacht, was ihn unter den Schweizern in Afrika besonders macht. Ältere Biografien zeichnen ihn als den Europäer, der Äthiopien «modernisierte»; neuere Arbeiten betonen Meneliks eigene Strategie, ausländische Fachleute anzuwerben, um seinen Staat gegen kolonialen Druck zu stärken, sowie die äthiopischen Beamten und Arbeiter, die die Vorhaben ausführten. Die Finanzierung der Bahn mit französischem Kapital verschaffte zudem Frankreich Einfluss auf Äthiopien.
VerbindungGenfDas «Dorf» von 1896
1896
Das «Dorf» von 1896
1896An der Schweizerischen Landesausstellung in Genf wurden 227 Menschen aus Westafrika, viele davon aus Senegal, in einem sogenannten «village noir» neben einem «village suisse» zur Schau gestellt. Als ihr Impresario mit der Kasse verschwand, zog die Gruppe vor Gericht und gewann. Solche Völkerschauen fanden zwischen 1855 und 1940 besonders häufig in Zürich und Basel statt.
HeuteSenegal
Quellen108109136137138GlossarVölkerschau
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Die Landesausstellung fand von Mai bis Oktober 1896 in Genf statt und zog rund zwei Millionen Besucherinnen und Besucher an. Neben dem «Village suisse», einem idealisierten Alpendorf als Sinnbild der Nation, inszenierte ein Impresario das «Village noir» mit in Westafrika angeworbenen Menschen, die ihren Alltag vor Publikum vorführen mussten.
Kritische Lektüre
Patrick Minder (2011) und Rea Brändle (2013) zeigen, wie solche Schauen einen Gegensatz zwischen «zivilisiert» und «primitiv» inszenierten, der das Schweizer Selbstbild bestätigte. Die Mitwirkenden waren Arbeiterinnen und Arbeiter mit Verträgen, und ihre erfolgreiche Klage zeigt, dass sie ihre Rechte verteidigten. Die meisten ihrer Namen und späteren Lebenswege sind unbekannt.
Wichtigste Quellen
- 108Purtschert, Patricia & Fischer-Tiné, Harald (eds.) (2015). Colonial Switzerland: Rethinking Colonialism from the Margins. Wissenschaftliches Buch
- 109Purtschert, Patricia, Lüthi, Barbara & Falk, Francesca (eds.) (2012). Postkoloniale Schweiz: Formen und Folgen eines Kolonialismus ohne Kolonien. Wissenschaftliches Buch
- 136Minder, Patrick (2011). La Suisse coloniale: les représentations de l’Afrique et des Africains en Suisse au temps des colonies (1880–1939). Wissenschaftliches Buch
- 137Brändle, Rea (2013). Wildfremd, hautnah: Zürcher Völkerschauen und ihre Schauplätze 1835–1964. Wissenschaftliches Buch
- 138Université de Genève, Campus (online). Quand Genève accueillait des zoos humains. Amtlich, institutionell
VerbindungZürichDada und afrikanische Kunst
ab 1916
Dada und afrikanische Kunst
ab 1916Im Cabaret Voltaire in Zürich, wo 1916 Dada begann, griffen Kunstschaffende auf afrikanische Skulpturen, Masken und Dichtung zurück, oft gesehen durch koloniale Sammlungen und ein idealisiertes Afrikabild. Auch die Abstraktion von Sophie Taeuber-Arp, Paul Klee und Alberto Giacometti schöpfte aus der Formensprache aussereuropäischer Kunst.
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Hugo Ball und Emmy Hennings eröffneten am 5. Februar 1916 in Zürich das Cabaret Voltaire. Zu seinen Abenden gehörten «chants nègres», Masken von Marcel Janco und Lesungen afrikanischer und ozeanischer Dichtung; Tristan Tzara sammelte solche Texte als «Poèmes nègres», meist aus Publikationen von Missionaren und Ethnologen.
Kritische Lektüre
Die Ausstellung «Dada Afrika» im Museum Rietberg 2016 untersuchte, wie Dadas Begeisterung Bewunderung mit kolonialen Stereotypen vermischte und wie Objekte und Texte über koloniales Sammeln nach Europa gelangten. Die afrikanischen Kunstschaffenden und Sängerinnen und Sänger, deren Werk Dada inspirierte, bleiben meist namenlos.
Wichtigste Quellen
- 107Historisches Lexikon der Schweiz / Dictionnaire historique de la Suisse (online). articles on colonialism, the Landsgemeinde, the Federal Charter, the Theban Legion and Christoph Burckhardt. Nachschlagewerk
- 139Burmeister, Ralf, Oberhofer, Michaela & Tisa Francini, Esther (eds.) (2016). Dada Africa: Dialogue with the Other (Museum Rietberg, Zürich / Berlinische Galerie). Museum, Archiv, Daten
VerbindungGenfHaile Selassie in Genf
30. Juni 1936
Haile Selassie in Genf
30. Juni 1936Nach dem Einmarsch Italiens sprach Kaiser Haile Selassie vor der Versammlung des Völkerbunds in Genf und bat die Mitgliedstaaten, Äthiopien beizustehen, das selbst seit 1923 Mitglied war. Im Juli hob der Völkerbund seine Sanktionen gegen Italien auf.
HeuteÄthiopien
Siehe auchÄthiopien unter Besatzung
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Äthiopien war 1923 dem Völkerbund beigetreten. Nach dem italienischen Einmarsch im Oktober 1935 verhängte der Völkerbund begrenzte Sanktionen, ohne Ölembargo. Haile Selassie sprach am 30. Juni 1936 in Genf; am 4. Juli beschloss die Versammlung, die Sanktionen aufzuheben. Der Kaiser verbrachte sein Exil bis 1940 in Bath in England.
Kritische Lektüre
Die Rede gilt als Wendepunkt im Scheitern der kollektiven Sicherheit vor dem Zweiten Weltkrieg. Sie mobilisierte auch die afrikanische Diaspora: In London gründeten C. L. R. James und Amy Ashwood Garvey 1935 die International African Friends of Abyssinia. Wie sich das Gastland Schweiz zur italienischen Eroberung stellte, lässt sich in den Diplomatischen Dokumenten der Schweiz (Dodis) nachverfolgen.
VerbindungZürich, DavosDie Schweiz und die Apartheid
1948 – 1994
Die Schweiz und die Apartheid
1948 – 1994Die Schweiz beteiligte sich nicht an den UNO-Sanktionen gegen das Apartheid-Regime in Südafrika, und ab 1968 verkauften die Schweizer Grossbanken einen grossen Teil des südafrikanischen Goldes über Zürich. Ein Nationales Forschungsprogramm untersuchte diese Beziehungen; sein Schlussbericht erschien 2005. 1992 traten Nelson Mandela und Präsident F. W. de Klerk gemeinsam am World Economic Forum in Davos auf.
HeuteSüdafrika
Siehe auchSüdafrika
Quellen106141142143GlossarApartheid
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Die Schweiz trat der UNO erst 2002 bei und war nicht an deren Sanktionen gebunden. Nach dem Zusammenbruch des Londoner Goldpools 1968 kauften die drei Schweizer Grossbanken einen grossen Teil des südafrikanischen Goldes und verkauften es über Zürich weiter. 2000 beauftragte der Bundesrat ein Nationales Forschungsprogramm zu den Beziehungen zwischen der Schweiz und Südafrika, das NFP 42+; sein Schlussbericht von Georg Kreis erschien 2005.
Kritische Lektüre
2003 schränkte der Bundesrat den Zugang der Forschenden zu Akten über die Geschäfte Schweizer Firmen mit Südafrika ein; Kritikerinnen und Kritiker, darunter Anti-Apartheid-Gruppen und Kirchen, wandten ein, dies verhindere eine vollständige Aufarbeitung. Kreis (2005) und Sandra Bott (2013) zeigen, dass die offizielle «Neutralität» weitgehend Geschäftsinteressen diente, während die Regierung die Apartheid in Worten verurteilte. Viele Firmenarchive sind weiterhin geschlossen.
Wichtigste Quellen
- 106Thompson, Leonard (2014). A History of South Africa, 4th ed. Wissenschaftliches Buch
- 141Kreis, Georg (2005). Die Schweiz und Südafrika 1948–1994: Schlussbericht des NFP 42+. Wissenschaftliches Buch
- 142Bott, Sandra (2013). La Suisse et l’Afrique du Sud, 1945–1990: marché de l’or, finance et commerce durant l’apartheid. Wissenschaftliches Buch
- 143Diplomatic Documents of Switzerland (Dodis) (online). Documents on Swiss foreign relations. Museum, Archiv, Daten
VerbindungGenf, NeuenburgSchweizer Archäologie in Kerma
seit 1977
Schweizer Archäologie in Kerma
seit 1977Seit 1977 erforschen der Genfer Archäologe Charles Bonnet und seine Nachfolger Kerma, die erste Hauptstadt von Kusch. Im Januar 2003 fanden sie im nahen Dukki Gel eine Grube mit sieben Granitstatuen kuschitischer Könige, darunter Taharqa, 2,7 Meter gross; sie sind im Museum von Kerma ausgestellt. Seit 2012 ist die Mission schweizerisch-französisch-sudanesisch.
HeuteSudan
Siehe auchKermaKusch: Napata und Meroë
Quellen2836145GlossarArchäologieNubienPharao
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Charles Bonnet leitete ab 1977 die Ausgrabungen der Universität Genf in Kerma; später übernahmen neue Teams die Arbeit, auch von der Universität Neuenburg, und seit 2012 ist die Mission schweizerisch-französisch-sudanesisch. 2008 wurde in Kerma ein Museum eröffnet, das die 2003 gefundenen Statuen zeigt.
Kritische Lektüre
Der amerikanische Archäologe George Reisner, der Kerma 1913–1916 ausgrub, hielt es für den Sitz ägyptischer Statthalter; die Genfer Teams zeigten, dass es die Hauptstadt eines unabhängigen afrikanischen Königreichs war. Der Fall zeigt, wie Annahmen der Kolonialzeit die Archäologie prägten. Viele Funde aus Reisners Grabung befinden sich im Museum of Fine Arts in Boston.
Wichtigste Quellen
- 28Bonnet, Charles & Valbelle, Dominique (2006). The Nubian Pharaohs: Black Kings on the Nile. Wissenschaftliches Buch
- 36Emberling, Geoff & Williams, Bruce Beyer (eds.) (2021). The Oxford Handbook of Ancient Nubia. Wissenschaftliches Buch
- 145Mission archéologique suisse-franco-soudanaise (online). Kerma – Doukki Gel. Museum, Archiv, Daten
VerbindungGenf, GenferseeDie Verhandlungen von Évian
1961 – 1962
Die Verhandlungen von Évian
1961 – 1962Schweizer Diplomaten halfen, Frankreich und die algerische Befreiungsbewegung an den Verhandlungstisch zu bringen. Während der Gespräche in Évian, am französischen Ufer des Genfersees, wohnte die algerische Delegation in der Schweiz. Die Verträge von Évian vom 18. März 1962 beendeten den Krieg; am 5. Juli wurde Algerien unabhängig.
HeuteAlgerien
Siehe auchAlgerien
Quellen100105143144GlossarBefreiungsbewegungGute Dienste
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Ab 1960 überbrachten die Schweizer Diplomaten Olivier Long und Raymond Probst Botschaften zwischen der französischen Regierung und der provisorischen algerischen Regierung (GPRA). Die ersten Gespräche in Évian im Mai 1961 scheiterten; es folgten geheime Treffen, und die zweite Konferenz von Évian endete mit den Verträgen vom 18. März 1962. Während der Gespräche wohnte die algerische Delegation in der Nähe von Genf und wurde mit Helikoptern der Schweizer Armee nach Évian geflogen.
Kritische Lektüre
Longs Buch (1988) ist der Bericht eines Beteiligten; die Schweizer Dokumente in Dodis erlauben, ihn zu überprüfen. Die «Guten Dienste» der Schweiz dienten auch ihrem eigenen Interesse an einer Rolle als neutrale Vermittlerin. Die Verträge beendeten die Gewalt nicht sofort: Der Terror der OAS ging weiter, und viele Harkis, Algerier, die in der französischen Armee gedient hatten, wurden getötet oder flohen nach Frankreich.
Wichtigste Quellen
- 100Stora, Benjamin (2001). Algeria, 1830–2000: A Short History. Wissenschaftliches Buch
- 105Connelly, Matthew (2002). A Diplomatic Revolution: Algeria’s Fight for Independence and the Origins of the Post–Cold War Era. Wissenschaftliches Buch
- 143Diplomatic Documents of Switzerland (Dodis) (online). Documents on Swiss foreign relations. Museum, Archiv, Daten
- 144Long, Olivier (1988). Le dossier secret des Accords d’Évian: une mission suisse pour la paix en Algérie. Wissenschaftliches Buch
VerbindungGenf, BernKofi Annan
1961 – 2018
Kofi Annan
1961 – 2018Der in Kumasi geborene Kofi Annan studierte 1961–62 in Genf und begann dort seine Laufbahn bei den Vereinten Nationen, bei der Weltgesundheitsorganisation. Von 1997 bis 2006 war er UNO-Generalsekretär und erhielt 2001 zusammen mit der UNO den Friedensnobelpreis. Seine Stiftung gründete er in Genf; er starb 2018 in Bern.
HeuteGhana
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Kofi Annan studierte 1961–62 am Institut universitaire de hautes études internationales in Genf und trat dort 1962 in die Weltgesundheitsorganisation ein. Nachdem er 1993–96 die UNO-Friedenseinsätze geleitet hatte, wurde er der erste UNO-Generalsekretär aus Subsahara-Afrika und der erste aus den eigenen Reihen der UNO. 2007 gründete er in Genf die Kofi Annan Foundation; er starb am 18. August 2018 in Bern und ist in Accra begraben.
Kritische Lektüre
Als Leiter der Friedenseinsätze war Annan für die UNO-Missionen verantwortlich, als die Welt 1994 den Völkermord in Ruanda und 1995 das Massaker von Srebrenica nicht verhinderte; später räumte er dieses Versagen öffentlich ein. Seine späteren Initiativen, etwa die Millenniums-Entwicklungsziele und die «Schutzverantwortung», bauten auf diesen Erfahrungen auf.
VerbindungNeuenburgTilo Frey
1923 – 2008
Tilo Frey
1923 – 2008Tilo Frey, 1923 in Kamerun als Tochter einer Fulbe-Mutter und eines Schweizer Vaters geboren, wuchs ab fünf Jahren in Neuenburg auf und wurde Lehrerin und Leiterin einer Mädchenschule. 1971, im ersten Jahr, in dem Schweizerinnen national wählen und gewählt werden konnten, gehörte sie zu den elf Frauen, die ins Bundesparlament gewählt wurden, als erste afrikanischer Herkunft. 2019 benannte Neuenburg den Espace Louis-Agassiz nach ihr um.
HeuteKamerun
Siehe auchLouis Agassiz und Renty
Quellen148149GlossarAfrodeszendent
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Tilo Frey arbeitete in Neuenburg als Lehrerin und leitete später eine Mädchenschule. Als Mitglied der Freisinnigen (FDP) war sie in der Lokalpolitik aktiv, bevor sie eine Legislatur im Nationalrat sass, von 1971 bis 1975. Die Schweizerinnen hatten im Februar 1971 das Stimmrecht auf Bundesebene erhalten; der letzte Kanton, Appenzell Innerrhoden, folgte erst 1990 nach einem Gerichtsentscheid.
Kritische Lektüre
Jahrzehntelang war ihre Geschichte ausserhalb Neuenburgs kaum bekannt; die Umbenennung des Espace Louis-Agassiz 2019 machte sie sichtbar und verband zwei Geschichten von «Rasse» in der Schweizer Wissenschaft und Politik. Darstellungen von 1971, die die ersten Frauen im Parlament feiern, erwähnen selten, dass eine von ihnen afrikanischer Herkunft war.
VerbindungGenf und weitere MuseenBenin-Objekte in Schweizer Museen
1897 – heute
Benin-Objekte in Schweizer Museen
1897 – heuteAuch Schweizer Museen besitzen Objekte vom Königshof von Benin, darunter einen geschnitzten Elfenbeinzahn im Musée d’ethnographie de Genève aus der Plünderung von 1897, gekauft in den 1940er-Jahren. Wie andere Museen in Europa erforschen sie, wie solche Objekte in die Schweiz kamen, und diskutieren ihre Rückgabe.
HeuteNigeria
Siehe auchKönigreich BeninBenin City, 1897
Quellen6791GlossarProvenienzforschung und Rückgabe
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Zwischen 2021 und 2023 erforschten acht Schweizer Museen die Benin-Objekte in ihren Sammlungen gemeinsam mit Forschenden aus Nigeria, in der vom Museum Rietberg in Zürich koordinierten Benin Initiative Schweiz; die Ergebnisse erschienen 2024. Die Sammlungen waren durch Käufe auf dem Kunstmarkt gewachsen, oft Jahrzehnte nach 1897.
Kritische Lektüre
Dass ein Objekt später gekauft wurde, macht es nicht unbedenklich: Sein Weg führt meist auf die Plünderung von Benin City zurück. Die Debatte über Rückgaben fragt auch, an wen die Objekte gehen sollen; 2023 bestimmte ein Dekret des nigerianischen Präsidenten den Oba von Benin zum Eigentümer zurückgegebener Objekte, was in europäischen Museen neue Diskussionen auslöste. Entschieden wird Museum für Museum, gemeinsam mit nigerianischen Partnern.
ParalleleGlarus, AppenzellKgotla und Landsgemeinde
bis heute
Kgotla und Landsgemeinde
bis heuteIn Botswana ist die Kgotla eine öffentliche Versammlung, in der eine Gemeinschaft ihre Angelegenheiten mit ihrem Kgosi bespricht, dem traditionellen Oberhaupt, etwa in Serowe. In Glarus und Appenzell Innerrhoden stimmen die Bürgerinnen und Bürger an der Landsgemeinde bis heute unter freiem Himmel per Handzeichen über Gesetze ab. Zwei alte Formen der Versammlungsdemokratie, beide noch lebendig.
HeuteBotswana
Quellen107150GlossarKgotla und KgosiLandsgemeinde
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Die Kgotla ist zugleich Versammlungsplatz und Versammlung einer Tswana-Gemeinschaft, in der der Kgosi Streitfälle anhört und öffentliche Fragen berät; auf ihr beruhende Gewohnheitsgerichte sind im Recht Botswanas anerkannt, und die Ntlo ya Dikgosi (Haus der Häuptlinge) berät das Parlament. Landsgemeinden gab es einst in vielen Kantonen der Zentral- und Ostschweiz; Nidwalden, Appenzell Ausserrhoden und Obwalden schafften ihre zwischen 1996 und 1998 ab.
Kritische Lektüre
Beide werden oft als reine Basisdemokratie verklärt. Historisch schlossen beide viele aus: Die Kgotla war lange ein Forum der Männer unter erblichen Oberhäuptern, und die Frauen in Appenzell Innerrhoden durften erst ab 1991 an der Landsgemeinde abstimmen. Der Vergleich ist eine Parallele, keine Verbindung, und sollte keine der beiden zum Vorbild einer «ursprünglichen» Demokratie machen.
Wichtigste Quellen
Vieles in dieser Schicht wird erst seit den frühen 2000er-Jahren erforscht, und Studien im Auftrag von Schweizer Städten und Museen ergänzen sie laufend. Auch AfroSwissters, 2023 in Zürich gegründet, gehört dazu.
Alle 54 Länder →Alle 54 Länder
Nach den fünf Regionen der Afrikanischen Union gruppiert, mit Hauptstadt und Jahr der Unabhängigkeit jedes Landes. Die Links führen zurück zu den Lektionen.
Nordafrika
Algerien
Algier1962 · von FrankreichIn den LektionenTassili n’AjjerNumidienFatimiden-KalifatAlmoraviden und Almohaden1954 – 1962Schweizer in KolonialarmeenEine Genfer Gesellschaft in AlgerienDie Verhandlungen von ÉvianÄgypten
Kairo1922 · vom Vereinigten KönigreichIn den LektionenAltes ÄgyptenChristliches NubienFatimiden-KalifatDie Thebäische LegionJohann Ludwig BurckhardtLibyen
Tripolis1951 · nach italienischer Herrschaft und britisch-französischer VerwaltungIn den LektionenKarthagoFatimiden-KalifatAlmoraviden und AlmohadenMauretanien
Nouakchott1960 · von FrankreichIn den LektionenGhana (Wagadu)Almoraviden und AlmohadenMali-ReichMarokko
Rabat1956 · von Frankreich und SpanienIn den LektionenJebel IrhoudIdrisiden und FèsAlmoraviden und AlmohadenZwei Orte des WissensTunesien
Tunis1956 · von FrankreichIn den LektionenKarthagoNumidienFatimiden-KalifatAlmoraviden und AlmohadenWestsahara
Status umstrittenNicht unter den 54 gezählt. Die Afrikanische Union zählt die Demokratische Arabische Republik Sahara zu ihren Mitgliedstaaten; Marokko kontrolliert den grössten Teil des Gebiets.Westafrika
Ghana
Accra1957 · vom Vereinigten KönigreichIn den LektionenAsanteYaa Asantewaa6. März 1957Die Basler MissionKofi AnnanGuinea-Bissau
Bissau1973 · von Portugal, anerkannt 1974In den LektionenKaabuKriege gegen die portugiesische HerrschaftMali
Bamako1960 · von FrankreichIn den LektionenGhana (Wagadu)Mali-ReichTimbuktuSonghai-ReichTukulor-ReichWassoulou-ReichZwei GründungsbündeNiger
Niamey1960 · von FrankreichIn den LektionenKanem-BornuSonghai-ReichHausa-StadtstaatenKalifat SokotoNigeria
Abuja1960 · vom Vereinigten KönigreichIn den LektionenNokBantu-ExpansionKanem-BornuIfeSonghai-ReichHausa-StadtstaatenKönigreich BeninOyo-ReichKalifat SokotoBenin City, 1897Benin-Objekte in Schweizer MuseenSenegal
Dakar1960 · von FrankreichIn den LektionenMali-ReichJolof-ReichKaabuTukulor-ReichDas «Dorf» von 1896Sierra Leone
Freetown1961 · vom Vereinigten KönigreichTogo
Lomé1960 · von FrankreichZentralafrika
Kamerun
Yaoundé1960 · von Frankreich und dem Vereinigten KönigreichIn den LektionenBantu-ExpansionKanem-BornuKalifat SokotoBamumDie Basler MissionTilo FreyZentralafrikanische Republik
Bangui1960 · von FrankreichDR Kongo
Kinshasa1960 · von BelgienIn den LektionenIshango-KnochenKönigreich KongoLuba und LundaKuba-ReichKongo-FreistaatSchweizer in KolonialarmeenÄquatorialguinea
Ciudad de la Paz1968 · von SpanienHauptstadt seit Januar 2026; vorher Malabo.Gabun
Libreville1960 · von FrankreichSão Tomé und Príncipe
São Tomé1975 · von PortugalIn den LektionenKriege gegen die portugiesische HerrschaftOstafrika
Äthiopien
Addis AbebaNie kolonisiert · 1936–1941 von Italien besetztIn den LektionenOmo KibishAksumZagwe-DynastieÄthiopisches KaiserreichSultanat AdalAjuran-SultanatAduaÄthiopien unter BesatzungOrganisation für Afrikanische EinheitAlfred Ilg und Menelik II.Haile Selassie in GenfMauritius
Port Louis1968 · vom Vereinigten KönigreichSeychellen
Victoria1976 · vom Vereinigten KönigreichSomalia
Mogadischu1960 · vom Vereinigten Königreich und ItalienSomaliland im Norden verwaltet sich seit 1991 selbst.In den LektionenSwahili-StadtstaatenSultanat AdalAjuran-SultanatSudan
Khartum1956 · vom Vereinigten Königreich und ÄgyptenIn den LektionenKermaKusch: Napata und MeroëChristliches NubienFunj-Sultanat von SennarSultanat DarfurSchweizer Archäologie in KermaTansania
Dodoma1961 · vom Vereinigten Königreich · Union mit Sansibar 1964In den LektionenSwahili-StadtstaatenMaji-MajiSüdliches Afrika
Angola
Luanda1975 · von PortugalIn den LektionenKönigreich KongoNdongo und MatambaLuba und LundaKriege gegen die portugiesische HerrschaftSchweizer Geld im SklavenhandelEswatini
Mbabane, Lobamba1968 · vom Vereinigten KönigreichIn den LektionenLebombo-KnochenSwasi-KönigreichMalawi
Lilongwe1964 · vom Vereinigten KönigreichMosambik
Maputo1975 · von PortugalIn den LektionenSwahili-StadtstaatenMutapaKriege gegen die portugiesische HerrschaftDie Mission romande im südlichen AfrikaSüdafrika
Pretoria, Kapstadt, Bloemfontein1910 Union · 1994 erste demokratische WahlenIn den LektionenBlombos-HöhleLebombo-KnochenMapungubweZulu-Königreich27. April 1994Die Mission romande im südlichen AfrikaDie Schweiz und die ApartheidSimbabwe
Harare1980 · vom Vereinigten KönigreichIn den LektionenMapungubweGreat ZimbabweMutapaNdebele-KönigreichIn Afrika geschrieben
Einige der ersten Schriften der Welt stammen aus Afrika, und bis heute werden hier neue erfunden. Zehn davon:
Quellen
Geprüft im Oktober 2026.