Die Schweiz, Schicht für Schicht.
Eine Geschichtslektion in neun Teilen, von den Neandertalern im Jura bis zu den neun Millionen Menschen von heute. Jeder Teil baut auf dem vorherigen auf. Beim Scrollen füllt sich die Karte mit Orten, und ab 1291 treten die Kantone einer nach dem anderen bei.
Daten vor etwa 1300 sind Näherungswerte; viele stammen aus der Archäologie. Sagen sind als Sagen bezeichnet. Korrekturen sind willkommen: contact@afroswissters.ch.
Eis, Jäger und die ersten Bauern
Über Hunderttausende von Jahren kam und ging das Eis. Neandertaler jagten im Jura und in den Alpen; nach der letzten Eiszeit folgten moderne Menschen den Rentieren, und ab etwa 5500 v. Chr. brachten Bauern Felder, Rinder und Keramik. An den Seeufern wuchsen Dörfer, und Menschen überquerten hohe Pässe, lange bevor es Strassen gab.
Höhle von Cotencher
vor über 40’000 Jahren
Höhle von Cotencher
vor über 40’000 Jahren1964 wurde in dieser Höhle in der Areuseschlucht ein Teil des Oberkiefers einer etwa 40-jährigen Neandertalerin gefunden. Es ist der wichtigste Neandertalerfund der Schweiz.
Heutige KantoneNeuenburg
Quellen11718GlossarAltsteinzeit
Wildkirchli
vor ca. 40’000 Jahren
Wildkirchli
vor ca. 40’000 JahrenHöhlen hoch im Alpstein, auf rund 1500 Metern, in denen Neandertaler rasteten und Höhlenbären überwinterten. Der Ausgräber Emil Bächler (ab 1903) stellte sich einen Kult von Höhlenbärenjägern vor; die Forschung teilt diese Deutung nicht mehr.
Heutige KantoneAppenzell Innerrhoden
Quellen117GlossarAltsteinzeit
Die letzte Eiszeit
vor ca. 24’000 Jahren
Die letzte Eiszeit
vor ca. 24’000 JahrenAuf dem Höhepunkt bedeckten Gletscher aus den Alpen den grössten Teil der heutigen Schweiz; der Rhonegletscher reichte bis an den Jurasüdfuss. Als das Eis schmolz, hinterliess es die Seen und Täler des Mittellands.
Quellen117GlossarMittelland
Kesslerloch
vor ca. 15’000 – 11’000 Jahren
Kesslerloch
vor ca. 15’000 – 11’000 JahrenRentierjäger lagerten im Sommer in dieser Höhle bei Thayngen. Zu den Funden der ersten Grabung von 1873 gehört das «weidende Rentier», eingeritzt in ein Stück Rentiergeweih. Wie alle Menschen ausserhalb Afrikas stammten diese Jäger von Gruppen ab, die Afrika Zehntausende Jahre zuvor verlassen hatten.
Heutige KantoneSchaffhausen
In «Afrika, Schicht für Schicht»Gemeinsame Vorfahren
Quellen11719GlossarAltsteinzeit
Champréveyres und Monruz
ca. 13’000 v. Chr.
Champréveyres und Monruz
ca. 13’000 v. Chr.Lager eiszeitlicher Jäger am Ufer des Neuenburgersees, ausgegraben beim Bau der Autobahn in den 1980er- und 1990er-Jahren. Aus Monruz stammt ein winziger Anhänger aus Gagat in Gestalt einer Frauenfigur.
Heutige KantoneNeuenburg
Quellen11724GlossarAltsteinzeit
Schnidejoch
ab ca. 4800 v. Chr.
Schnidejoch
ab ca. 4800 v. Chr.Im heissen Sommer 2003 fand eine Wanderin unterhalb dieses Passes auf 2756 Metern den ersten Gegenstand. Seither hat das schmelzende Eis Hunderte von Objekten aus mehr als 6000 Jahren freigegeben, darunter einen Eibenbogen von etwa 2800 v. Chr. und Lederkleidung: Wann immer die Gletscher zurückwichen, überquerten Menschen hier die Alpen.
Quellen120Glossarv. Chr. und n. Chr.
Pfahlbauten
ca. 4300 – 800 v. Chr.
Pfahlbauten
ca. 4300 – 800 v. Chr.Dörfer an den Ufern von Seen und Mooren, viele davon auf Pfählen. Baumringe datieren manche Häuser aufs Jahr genau. 56 der 111 Fundstellen des UNESCO-Welterbes «Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen» (2011) liegen in der Schweiz. Die ersten wurden im Winter 1853/54 in Obermeilen am Zürichsee bemerkt.
Heutige KantoneZürich
Quellen110172223GlossarDendrochronologiePfahlbau
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Als Niedrigwasser im Winter 1853/54 in Obermeilen Holzpfähle freilegte, beschrieb der Altertumsforscher Ferdinand Keller «Pfahlbauten» auf Plattformen über dem Wasser. Die Forschung mit Jahrringen und Unterwassergrabungen zeigt heute Dörfer vieler Formen, die meisten an Ufern und in Mooren, die erst später überflutet wurden. Die 111 UNESCO-Fundstellen sind meist unter Wasser und im Boden geschützt.
Kritische Lektüre
Kellers Pfahlbauer wurden rasch zu nationalen Vorfahren: friedlich, fleissig und allen Kantonen und Sprachen gemeinsam, zu einer Zeit, als der junge Bundesstaat eine gemeinsame Vergangenheit brauchte (Kaeser 2004). Gemälde, Schulbücher und Ausstellungen verbreiteten das Bild. Es erzählt so viel über das 19. Jahrhundert wie über die Steinzeit.
Wichtigste Quellen
- 1Historisches Lexikon der Schweiz (HLS) / Dictionnaire historique de la Suisse (DHS) / Dizionario storico della Svizzera (DSS) (2002–2014). 13 vols. and online edition. Nachschlagewerk
- 10Zimmer, Oliver (2003). A Contested Nation: History, Memory and Nationalism in Switzerland, 1761–1891. Wissenschaftliches Buch
- 17Schweizerische Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte (ed.) (1993–2005). Die Schweiz vom Paläolithikum bis zum frühen Mittelalter / La Suisse du Paléolithique à l’aube du Moyen-Âge (SPM), 6 vols. Nachschlagewerk
- 22UNESCO World Heritage Centre (2011). Prehistoric Pile Dwellings around the Alps (no. 1363). Amtliche Quelle
- 23Kaeser, Marc-Antoine (2004). Les Lacustres. Archéologie et mythe national. Wissenschaftliches Buch
Petit-Chasseur, Sitten
ca. 2800 – 2200 v. Chr.
Petit-Chasseur, Sitten
ca. 2800 – 2200 v. Chr.Ein Gräberfeld mit Steinkistengräbern und skulptierten Steinplatten (Stelen), die Menschen mit Gürteln, Waffen und gemusterter Kleidung zeigen. 1961 bei Bauarbeiten entdeckt, wurde es am Ende der Steinzeit über viele Generationen benutzt.
Heutige KantoneWallis
Quellen11721GlossarJungsteinzeit
Zuzug aus der Steppe
ab ca. 2800 v. Chr.
Zuzug aus der Steppe
ab ca. 2800 v. Chr.Alte DNA aus Gräbern wie dem Dolmen von Oberbipp zeigt: Ab etwa 2800 v. Chr. kamen Menschen mit Vorfahren aus den Steppen nördlich des Schwarzen Meeres und vermischten sich über fast tausend Jahre mit den ansässigen Bauern. Die Bevölkerung hier hat immer Zugezogene und frühere Bewohner vereint.
Heutige KantoneBern
Quellen1621Glossarv. Chr. und n. Chr.Alte DNAJungsteinzeit
Ab dem 3. Jahrtausend v. Chr. erreichten Kupfer und dann Bronze die Alpen. Um 800 v. Chr. kam das Eisen auf. Die Menschen, die hier lebten, nannten griechische und römische Autoren später Kelten.
Nächste Lektion →Kelten, Räter und Rom
Römische Autoren benannten die Völker hier: die Helvetier im Mittelland, die Rauriker bei Basel, die Allobroger bei Genf, die Lepontier im Tessin, die Räter in den Ostalpen. Ab 58 v. Chr. übernahm Rom Schritt für Schritt die Kontrolle. Vier Jahrhunderte lang gehörte das Land zum Reich, mit Städten, Strassen, Gutshöfen, Tempeln und später Kirchen.
Die Hydria von Grächwil
ca. 570 v. Chr.
Die Hydria von Grächwil
ca. 570 v. Chr.Ein griechischer Wasserkrug aus Bronze, verziert mit einer Göttin zwischen Löwen, Hasen und einem Adler, hergestellt in einer griechischen Werkstatt, wohl in Süditalien, und in einem Fürstengrab nördlich von Bern beigesetzt. 1851 gefunden, zeigt er, wie weit Luxusgüter über die Alpen reisten.
Heutige KantoneBern
La Tène
ca. 450 v. Chr. – Römerzeit
La Tène
ca. 450 v. Chr. – Römerzeit1857 wurden im seichten Wasser am Ende des Neuenburgersees Schwerter, Lanzen, Fibeln und Werkzeuge gefunden; weitere kamen zum Vorschein, als der Seespiegel nach 1868 gesenkt wurde. Der Ort gab der La-Tène-Kultur ihren Namen, der Kunst und Lebensweise der jüngeren Eisenzeit in weiten Teilen Europas.
Heutige KantoneNeuenburg
Der Auszug der Helvetier
58 v. Chr.
Der Auszug der Helvetier
58 v. Chr.Die Helvetier, ein keltisches Volk des Mittellands, brachen mit ihren Familien auf, um sich im Westen Galliens niederzulassen. Julius Caesar versperrte ihnen bei Genf den Weg, besiegte sie bei Bibracte in Burgund und schickte die Überlebenden zurück. Fast alles, was wir wissen, stammt aus Caesars eigenem Bericht, geschrieben, um seinen Krieg zu rechtfertigen. Fünfzig Jahre zuvor hatten die helvetischen Tiguriner unter Divico in Südgallien ein römisches Heer geschlagen.
Heutige KantoneGenf
Später in den LektionenAventicum
Quellen12526GlossarKeltenMittelland
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Die Archäologie zeigt die Helvetier als Gesellschaft mit befestigten Städten, Höfen und Handwerksbetrieben im Mittelland, mit Münzen und Fernhandel (Kaenel 2012). Caesar behauptet, in griechischer Schrift geführte Listen hätten 368’000 aufbrechende Menschen gezählt, davon 263’000 Helvetier.
Kritische Lektüre
Caesar schrieb seinen Bericht, um seine Feldzüge vor der römischen Öffentlichkeit zu rechtfertigen; seine Zahlen und Motive sind daher fragwürdig, und die meisten Historikerinnen und Historiker halten die Zahlen für übertrieben. Die Auswanderung war vielleicht kleiner und schrittweise; warum die Helvetier aufbrachen, ist bis heute umstritten.
Wichtigste Quellen
- 1Historisches Lexikon der Schweiz (HLS) / Dictionnaire historique de la Suisse (DHS) / Dizionario storico della Svizzera (DSS) (2002–2014). 13 vols. and online edition. Nachschlagewerk
- 25Caesar, Gaius Iulius (c. 58–50 BCE). De bello Gallico, book I. Primärquelle
- 26Kaenel, Gilbert (2012). L’an -58. Les Helvètes. Archéologie d’un peuple celte. Wissenschaftliches Buch
Die lepontische Schrift
ca. 6. – 1. Jh. v. Chr.
Die lepontische Schrift
ca. 6. – 1. Jh. v. Chr.Die Menschen der südlichen Alpentäler schrieben ihre keltische Sprache, das Lepontische, in einem vom etruskischen abgeleiteten Alphabet. Grosse Gräberfelder wie Giubiasco bei Bellinzona bewahren ihre Waffen und ihren Schmuck, dazu einige ihrer Inschriften.
Heutige KantoneTessin
Die Räter
bis 15 v. Chr.
Die Räter
bis 15 v. Chr.Römische Autoren nannten die Völker der Ostalpen Raeti. Sie schrieben in eigenen Alphabeten; ihre Sprache war nicht keltisch, scheint mit dem Etruskischen verwandt gewesen zu sein und ist nur teilweise verstanden.
Heutige KantoneGraubünden
Später in den LektionenRom erobert die AlpenChur und Rätien
Rom erobert die Alpen
15 v. Chr.
Rom erobert die Alpen
15 v. Chr.In einem einzigen Sommerfeldzug unterwarfen Drusus und Tiberius, die Stiefsöhne des Augustus, die Völker der Alpen. Rätien wurde Provinz; das Mittelland gehörte zum römischen Gallien und ab dem späten 1. Jahrhundert zur Provinz Obergermanien.
Siehe auchDie Räter
Quellen1GlossarMittelland
Augusta Raurica
44 v. Chr. – 3. Jh.
Augusta Raurica
44 v. Chr. – 3. Jh.44 v. Chr. von Lucius Munatius Plancus, einem General Caesars, auf dem Papier gegründet; die Stadt selbst wuchs ab etwa 15 v. Chr., mit Theater, Tempeln, Thermen und Werkstätten. Der 1961/62 in Kaiseraugst gefundene Silberschatz wurde um 350 vergraben.
Heutige KantoneBasel-LandschaftAargau
Später in den LektionenDie Rheingrenze
Quellen11728Glossarv. Chr. und n. Chr.
Vindonissa
ca. 15 – 101 n. Chr.
Vindonissa
ca. 15 – 101 n. Chr.Aventicum
1. – 3. Jh.
Aventicum
1. – 3. Jh.Die Hauptstadt der Helvetier unter Rom, von Kaiser Vespasian um 71 n. Chr. zur Kolonie erhoben, mit Theater, Amphitheater und einer rund 5,5 Kilometer langen Stadtmauer. 1939 wurde hier eine goldene Büste von Kaiser Mark Aurel gefunden.
Heutige KantoneWaadt
Siehe auchDer Auszug der Helvetier
Forum Claudii Vallensium
1. Jh. n. Chr.
Forum Claudii Vallensium
1. Jh. n. Chr.Kaiser Claudius machte Octodurus, das heutige Martigny, zum Marktort des Wallis und liess eine Strasse über den Grossen St. Bernhard bauen, wo ein Tempel des Gottes Poeninus stand. Im Tal lebten die Nantuaten, Veragrer, Seduner und Uberer.
Heutige KantoneWallis
Später in den LektionenAgaunum und die ersten BischöfeRäuber an den Pässen
Die Rheingrenze
ca. 260 – 401
Die Rheingrenze
ca. 260 – 401Nach alemannischen Einfällen um 260 zog Rom seine Grenze an den Rhein zurück und baute dort Kastelle und Wachttürme, etwa das Castrum Rauracense in Kaiseraugst. 401 wurde das Feldheer zur Verteidigung Italiens abgezogen.
Heutige KantoneAargau
Siehe auchAugusta Raurica
Später in den LektionenAlemannische Siedler
Quellen11728GlossarSchweizerdeutsch
Agaunum und die ersten Bischöfe
381 – ca. 450
Agaunum und die ersten Bischöfe
381 – ca. 450Der erste namentlich bekannte Bischof auf dem Gebiet der heutigen Schweiz, Theodor von Octodurus, nahm 381 an einem Konzil in Aquileia teil. Um 430–450 schrieb Bischof Eucherius von Lyon die Geschichte von Mauritius und der Thebäischen Legion auf, christlichen Soldaten aus Ägypten, die in Agaunum, dem heutigen Saint-Maurice, getötet worden sein sollen.
Heutige KantoneWallis
Siehe auchForum Claudii Vallensium
Später in den LektionenAbtei Saint-Maurice
In «Afrika, Schicht für Schicht»Die Thebäische Legion
Quellen131GlossarThebäische Legion
Als die römische Macht im 5. Jahrhundert schwand, verschwanden Städte, Strassen und die lateinische Sprache nicht. Neue Herrscher übernahmen sie.
Nächste Lektion →Burgunder, Alemannen und die Klöster
Mit dem Ende der römischen Herrschaft liessen sich neue Gruppen nieder: Burgunder im Westen, Alemannen im Norden und Osten, Langobarden im Süden. Unter fränkischen Königen wurden Klöster zu Zentren der Landwirtschaft, der Schrift und der Macht. Um 1000 hatte sich die Grenze zwischen germanischer und romanischer Sprache weitgehend herausgebildet.
Die Burgunder in der Sapaudia
443 – 534
Die Burgunder in der Sapaudia
443 – 534443 siedelte der römische Feldherr Aetius die Burgunder in der «Sapaudia» rund um den Genfersee an. Ihre Könige regierten von Genf und Lyon aus und übernahmen das Latein, aus dem die frankoprovenzalischen Mundarten der Region entstanden.
Später in den LektionenDie SprachgrenzeFränkische Herrschaft
Alemannische Siedler
5. – 7. Jh.
Alemannische Siedler
5. – 7. Jh.Alemannische Bauern besiedelten das nördliche und östliche Mittelland. Aus ihren germanischen Mundarten wurde das heutige Schweizerdeutsch, und viele Ortsnamen auf -ingen oder -ikon gehen auf ihre Höfe zurück.
Siehe auchDie Rheingrenze
Später in den LektionenDie Sprachgrenze
Quellen11738GlossarJungsteinzeitMittellandSchweizerdeutsch
Die Sprachgrenze
ab dem 6. Jh.
Die Sprachgrenze
ab dem 6. Jh.Wo alemannisch und romanisch Sprechende aufeinandertrafen, bildete sich eine Sprachgrenze. Seit dem Spätmittelalter hat sie sich kaum verschoben; sie verläuft bis heute durch die Kantone Bern, Freiburg und Wallis.
Heutige KantoneFreiburgBernWallis
Siehe auchDie Burgunder in der SapaudiaAlemannische Siedler
Quellen138GlossarSchweizerdeutschRöstigraben
Abtei Saint-Maurice
515
Abtei Saint-Maurice
515König Sigismund von Burgund gründete 515 ein Kloster bei den Gräbern der thebäischen Märtyrer. Seither beten dort ohne Unterbruch Mönche und Chorherren; es gehört damit zu den ältesten ununterbrochen bestehenden Klöstern des Westens.
Heutige KantoneWallis
Siehe auchAgaunum und die ersten Bischöfe
Später in den LektionenDas Königreich Burgund
In «Afrika, Schicht für Schicht»Die Thebäische Legion
Quellen13132GlossarThebäische LegionAbtei
Fränkische Herrschaft
534 – 9. Jh.
Fränkische Herrschaft
534 – 9. Jh.Die Franken eroberten 534 das Burgunderreich und übernahmen 536/537 Alemannien und Rätien. Drei Jahrhunderte lang gehörte fast die ganze heutige Schweiz zu den fränkischen Reichen.
Siehe auchDie Burgunder in der Sapaudia
Die Langobarden
568 – 774
Die Langobarden
568 – 774Chur und Rätien
451 – 9. Jh.
Chur und Rätien
451 – 9. Jh.Ein Bischof von Chur ist 451 bezeugt. Später hielt eine einheimische Familie, die Viktoriden, über Generationen das Bischofs- und das Statthalteramt. In den Tälern Rätiens überlebte das Latein und wurde zum Rätoromanischen.
Heutige KantoneGraubünden
Siehe auchDie Räter
Später in den LektionenDie Drei BündeEine vierte Landessprache
Quellen13386GlossarRätoromanisch
St. Gallen
612 – 9. Jh.
St. Gallen
612 – 9. Jh.Der irische Mönch Gallus liess sich hier 612 nieder; das Kloster wurde 719 gegründet. Seine Bibliothek bewahrt den St. Galler Klosterplan, gezeichnet um 820–830 auf der Insel Reichenau, den ältesten erhaltenen Bauplan des Mittelalters. Seit 1983 UNESCO-Welterbe.
Heutige KantoneSt. Gallen
Später in den LektionenWiborada
In «Afrika, Schicht für Schicht»Zwei Orte des Wissens
Müstair
ca. 775
Müstair
ca. 775Ein um 775 im Val Müstair gegründetes Kloster; die Überlieferung nennt Karl den Grossen als Gründer. Seine Kirche bewahrt den grössten erhaltenen Zyklus karolingischer Wandmalereien, um 800 entstanden. Seit 1983 UNESCO-Welterbe.
Heutige KantoneGraubünden
Fraumünster, Zürich
853
Fraumünster, Zürich
853Wiborada
926
Wiborada
926Die Inklusin Wiborada lebte eingemauert in einer Zelle in St. Gallen und wurde getötet, als ungarische Reiter 926 die Stadt überfielen. 1047 wurde sie als erste Frau von einem Papst heiliggesprochen.
Heutige KantoneSt. Gallen
Siehe auchSt. Gallen
Das Königreich Burgund
888 – 1032
Das Königreich Burgund
888 – 1032Rudolf I. wurde 888 in Saint-Maurice zum König gekrönt. Sein Königreich Hochburgund umfasste die Westschweiz; mit Königin Berta, die in der Sage als spinnende Königin weiterlebt, und ihrer Tochter, Kaiserin Adelheid, ist die Gründung des Priorats Payerne verbunden. Als der letzte König 1032 starb, fiel Burgund an das Heilige Römische Reich.
Heutige KantoneWaadt
Siehe auchAbtei Saint-Maurice
Räuber an den Pässen
ca. 920 – 973
Räuber an den Pässen
ca. 920 – 973Von einem Stützpunkt in der Provence aus kontrollierten Räuber, die Chronisten Sarazenen nannten, jahrzehntelang Alpenpässe. 972 nahmen sie bei Orsières, an der Route über den Grossen St. Bernhard, Abt Majolus von Cluny gefangen; er kam gegen ein hohes Lösegeld frei.
Heutige KantoneWallis
Siehe auchForum Claudii Vallensium
Ab 1033 gehörte die ganze Region zum Heiligen Römischen Reich. Adelsfamilien rangen nun um sie, bauten Burgen und gründeten Städte.
Nächste Lektion →Herren, Städte und Pässe
Unter dem Heiligen Römischen Reich herrschten Grafen, Bischöfe und Klöster über das Land. Adelshäuser wie die Zähringer, Kyburger, Habsburger und Savoyer gründeten Städte und Burgen, während neue Wege über die Alpen die Täler am Vierwaldstättersee wichtig machten.
Schloss Habsburg
ca. 1020 – 1030
Schloss Habsburg
ca. 1020 – 1030Ein Graf namens Radbot baute diese Burg über der Aare. Die Familie benannte sich nach ihr und stieg ab dem späten 13. Jahrhundert zur Herrscherin über Österreich und später über grosse Teile Europas auf. Ihre Ansprüche in der Region bilden den Hintergrund der ersten Bündnisse der Täler.
Heutige KantoneAargau
Später in den LektionenFreibriefe für Uri und SchwyzDie Kathedrale von LausanneMorgartenDie Eroberung des Aargaus
Die Städte der Zähringer
1157 – 1218
Die Städte der Zähringer
1157 – 1218Die Herzöge von Zähringen gründeten Städte, um ihre Gebiete zu sichern: Freiburg 1157 und Bern 1191; auch Thun, Burgdorf und Murten bauten sie aus. Als die Familie 1218 ausstarb, wurden Bern und Zürich reichsunmittelbar.
Quellen140GlossarReichsunmittelbarkeit
Die Decke von Zillis
ca. 1110 – 1114
Die Decke von Zillis
ca. 1110 – 1114Die bemalte Holzdecke der Kirche St. Martin: 153 Tafeln mit dem Leben Christi, umrahmt von Meereswesen und Fabeltieren. Sie gehört zu den ältesten erhaltenen figürlich bemalten Decken Europas.
Heutige KantoneGraubünden
Quellen1
Der Gotthard öffnet sich
ca. 1200 – 1230
Der Gotthard öffnet sich
ca. 1200 – 1230Brücken durch die Schöllenenschlucht, darunter die erste «Teufelsbrücke», machten den Gotthard zum kürzesten Weg zwischen Rhein und Mailand. Verkehr und Zölle brachten Uri Geld und Aufmerksamkeit.
Heutige KantoneUri
Später in den LektionenFreibriefe für Uri und SchwyzDer Gotthardtunnel
Freibriefe für Uri und Schwyz
1231 und 1240
Freibriefe für Uri und Schwyz
1231 und 1240König Heinrich (VII.) stellte Uri 1231 direkt unter das Reich; Kaiser Friedrich II. stellte Schwyz 1240 einen ähnlichen Freibrief aus. Diese Talgemeinschaften unterstanden dem Kaiser und nicht einem Grafen wie den Habsburgern, zumindest auf dem Papier.
Siehe auchDer Gotthard öffnet sichSchloss Habsburg
Später in den LektionenDer Bundesbrief
Quellen142GlossarReichsunmittelbarkeit
Die Walser
ab dem späten 12. Jh.
Die Walser
ab dem späten 12. Jh.Deutschsprachige Familien aus dem Oberwallis besiedelten Hochtäler vom Piemont bis ins Vorarlberg, darunter Davos, das Rheinwald und Bosco Gurin, das einzige deutschsprachige Dorf im Tessin. Herren gaben ihnen Land und Freiheiten, damit sie es rodeten und hielten.
Heutige KantoneGraubündenWallisTessin
Später in den LektionenDie Drei Bünde
Chillon und Savoyen
13. Jh. – 1536
Chillon und Savoyen
13. Jh. – 1536Peter II. von Savoyen dehnte im 13. Jahrhundert die Herrschaft seines Hauses über die Waadt aus und machte das Inselschloss Chillon zur Residenz. Savoyen hielt die Region, bis Bern sie 1536 eroberte.
Heutige KantoneWaadt
Später in den LektionenDie Morde von 1348/49Bern wird reformiert
Die Kathedrale von Lausanne
1275
Die Kathedrale von Lausanne
1275Papst Gregor X. weihte die Kathedrale 1275 in Anwesenheit von König Rudolf von Habsburg. Die Bischöfe von Lausanne, Genf, Sitten, Basel, Chur und Konstanz prägten die Politik der Region ebenso wie den Glauben.
Heutige KantoneWaadt
Siehe auchSchloss Habsburg
Quellen1
Eine Brücke für Basel
ca. 1225
Eine Brücke für Basel
ca. 1225Bischof Heinrich von Thun liess um 1225 eine Brücke über den Rhein bauen, einen der wenigen Flussübergänge jener Zeit. Basel wuchs zur Handelsstadt an der Route zwischen Nordsee und Alpenpässen.
Heutige KantoneBasel-Stadt
Später in den LektionenEin Konzil und eine Universität
Quellen1
Jüdische Gemeinden in den Städten
ab dem 13. Jh.
Jüdische Gemeinden in den Städten
ab dem 13. Jh.Ab dem 13. Jahrhundert lebten jüdische Familien in Basel, Zürich, Bern und anderen Städten, als Händler, Geldverleiher und Ärzte, unter dem Schutz, und der Besteuerung, von Bischöfen, Königen und Stadträten.
Heutige KantoneZürichBasel-StadtBern
Später in den LektionenDie Morde von 1348/49Gleiche Rechte für Juden
1273 wurde Rudolf von Habsburg zum König gewählt. Die Talgemeinschaften an der Gotthardroute fürchteten um ihre Rechte und schlossen Bündnisse miteinander.
Nächste Lektion →Die Eidgenossenschaft entsteht
1291 erneuerten drei Talgemeinschaften an der Gotthardroute ein Bündnis. In zwei Jahrhunderten machten Kriege gegen Habsburg und Burgund, Käufe und Eroberungen aus einem Netz von Bünden die Dreizehn Orte, mit Zugewandten und Untertanengebieten. Ein Staat war das noch nicht: Jeder Ort behielt seine eigene Regierung, und die Tagsatzung der Gesandten beschloss nur, was alle mittrugen. Auf der Karte füllen sich die heutigen Kantone, sobald ihr Gebiet beigetreten war.
Der Bundesbrief
Anfang August 1291
Der Bundesbrief
Anfang August 1291Uri, Schwyz und Nidwalden erneuerten ein älteres Bündnis: gegenseitige Hilfe gegen Angreifer und Regeln, um Streit untereinander beizulegen. Solche Bünde gab es viele. Dieser, in Schwyz aufbewahrt, wurde erst im 19. Jahrhundert zur Gründungsurkunde; der 1. August wird seit 1891 gefeiert und ist seit 1994 ein Feiertag.
Heutige KantoneUriSchwyzNidwaldenObwalden
Siehe auchFreibriefe für Uri und Schwyz
Später in den LektionenTell und das RütliAcht Orte
In «Afrika, Schicht für Schicht»Zwei Gründungsbünde
Quellen12341012164243GlossarGründungsmythos
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Der Bundesbrief ist ein lateinisches Pergament, datiert nur auf «Anfang August 1291». Er nennt die Gemeinden von Uri, Schwyz und Nidwalden, verspricht gegenseitige Hilfe und setzt Regeln gegen Fehden und gegen Richter, die ihr Amt gekauft hatten oder von aussen kamen. Bis ins späte 19. Jahrhundert datierte man die Gründung der Eidgenossenschaft meist nach dem Chronisten Aegidius Tschudi auf 1307.
Kritische Lektüre
Der Bundesrat wählte 1291 für eine 600-Jahr-Feier im Jahr 1891, in einer Zeit der Spannungen zwischen Katholiken und Liberalen, um dem jungen Bundesstaat einen gemeinsamen Gründungsmoment zu geben (Kreis 2004). Die Forschung seit Sablonier (2008) beschreibt die Zeit um 1300 als Phase wechselnder lokaler Macht, in der die Talschaftseliten ebenso oft mit den Habsburgern wie gegen sie handelten.
Wichtigste Quellen
- 1Historisches Lexikon der Schweiz (HLS) / Dictionnaire historique de la Suisse (DHS) / Dizionario storico della Svizzera (DSS) (2002–2014). 13 vols. and online edition. Nachschlagewerk
- 2Kreis, Georg (ed.) (2014). Die Geschichte der Schweiz. Wissenschaftliches Buch
- 3Church, Clive H. & Head, Randolph C. (2013). A Concise History of Switzerland. Wissenschaftliches Buch
- 4Maissen, Thomas (2010). Geschichte der Schweiz. Wissenschaftliches Buch
- 10Zimmer, Oliver (2003). A Contested Nation: History, Memory and Nationalism in Switzerland, 1761–1891. Wissenschaftliches Buch
- 12Kreis, Georg (2004). Mythos Rütli. Geschichte eines Erinnerungsortes. Wissenschaftliches Buch
- 16Swiss National Museum (permanent exhibitions). History of Switzerland; Archaeology in Switzerland. Museum, Archiv oder Datenbank
- 42Sablonier, Roger (2008). Gründungszeit ohne Eidgenossen. Politik und Gesellschaft in der Innerschweiz um 1300. Wissenschaftliches Buch
- 43Bundesbrief (Federal Charter) (1291). Latin charter of Uri, Schwyz and Nidwalden. Primärquelle
Tell und das Rütli
erstmals aufgeschrieben ca. 1470
Tell und das Rütli
erstmals aufgeschrieben ca. 1470Das Weisse Buch von Sarnen, um 1470 geschrieben, erzählt erstmals vom Vogt Gessler, vom Armbrustschützen Wilhelm Tell und von einem Schwur auf der Rütliwiese. Keine Quelle aus der Zeit um 1300 bestätigt das; Friedrich Schillers Schauspiel von 1804 machte Tell weltberühmt.
Heutige KantoneUri
Siehe auchDer Bundesbrief
Später in den LektionenKrieg, Réduit und Geschäfte
Morgarten
15. November 1315
Morgarten
15. November 1315Männer aus Schwyz überfielen am Ägerisee ein habsburgisches Heer unter Herzog Leopold. Wenige Wochen später erneuerten die drei Täler in Brunnen ihr Bündnis, nun auf Deutsch.
Siehe auchSchloss Habsburg
Später in den LektionenSempach und Näfels
Acht Orte
1332 – 1353
Acht Orte
1332 – 1353Die Morde von 1348/49
1348 – 1349
Die Morde von 1348/49
1348 – 1349Als sich die Pest ausbreitete, wurden Juden beschuldigt, Brunnen vergiftet zu haben; 1348 wurden in Chillon unter Folter «Geständnisse» erpresst. In Basel, Zürich, Bern und anderen Städten wurden jüdische Gemeinden ermordet oder vertrieben.
Heutige KantoneBasel-StadtZürichBern
Siehe auchJüdische Gemeinden in den StädtenChillon und Savoyen
Später in den LektionenGleiche Rechte für Juden
Sempach und Näfels
1386 und 1388
Sempach und Näfels
1386 und 1388Luzern und seine Verbündeten besiegten Herzog Leopold III. von Habsburg am 9. Juli 1386 bei Sempach; er fiel in der Schlacht. Glarus siegte zwei Jahre später bei Näfels. Der Held Winkelried erscheint erst in viel später geschriebenen Berichten.
Siehe auchMorgarten
Quellen1239GlossarGründungsmythos
Die Eroberung des Aargaus
1415
Die Eroberung des Aargaus
1415Als König Sigismund Herzog Friedrich von Österreich ächtete, nahmen Bern und die anderen Eidgenossen den Aargau ein. Teile davon, etwa Baden, wurden Gemeine Herrschaften, von mehreren Orten gemeinsam durch Landvögte regiert: der Beginn eigener Untertanengebiete der Eidgenossen.
Heutige KantoneAargau
Siehe auchSchloss Habsburg
Später in den LektionenDie Villmergerkriege
Quellen13946GlossarEidgenossenGemeine HerrschaftUntertanengebiete
Die Drei Bünde
1367 – 1512
Die Drei Bünde
1367 – 1512In den rätischen Alpen schlossen sich Gemeinden zum Gotteshausbund (1367), zum Grauen Bund (1395) und zum Zehngerichtenbund (1436) zusammen. Ab dem 15. Jahrhundert miteinander verbunden, verbündeten sie sich 1497/98 mit den Eidgenossen und beherrschten ab 1512 das Veltlin.
Heutige KantoneGraubünden
Siehe auchChur und RätienDie Walser
Quellen14650GlossarEidgenossenZugewandte Orte
Ein Konzil und eine Universität
1431 – 1460
Ein Konzil und eine Universität
1431 – 1460Von 1431 bis 1449 tagte in Basel ein allgemeines Konzil der Kirche. Einer seiner Sekretäre, Enea Silvio Piccolomini, später Papst Pius II., gründete 1460 die Universität Basel, die älteste der Schweiz.
Heutige KantoneBasel-Stadt
Siehe auchEine Brücke für Basel
Später in den LektionenGedruckt in Basel
Quellen1
Die Burgunderkriege
1474 – 1477
Die Burgunderkriege
1474 – 1477Mit Frankreich und den Städten am Oberrhein verbündet, besiegten die Eidgenossen 1476 Herzog Karl den Kühnen bei Grandson und Murten; er fiel 1477 bei Nancy. Seine erbeuteten Zelte, Wandteppiche und Schätze sind bis heute in Schweizer Museen zu sehen.
Später in den LektionenDas Stanser Verkommnis
Das Stanser Verkommnis
22. Dezember 1481
Das Stanser Verkommnis
22. Dezember 1481Städte- und Länderorte standen wegen der Beute und der Aufnahme neuer Mitglieder kurz vor einem Krieg. Der Einsiedler Niklaus von Flüe half, das Stanser Verkommnis zu vermitteln, und Freiburg und Solothurn wurden am selben Tag aufgenommen.
Heutige KantoneNidwaldenFreiburgSolothurn
Siehe auchDie Burgunderkriege
Später in den LektionenDreizehn Orte
Der Schwabenkrieg
1499
Der Schwabenkrieg
1499Nach Schlachten entlang des Rheins, zuletzt bei Dornach, beendete der Friede von Basel den Krieg mit König Maximilian. Die Eidgenossen blieben dem Namen nach im Reich, nahmen aber nicht mehr an seinen Einrichtungen teil.
Heutige KantoneSolothurn
Später in den LektionenDer Austritt aus dem Reich
Quellen14648GlossarEidgenossen
Dreizehn Orte
1501 – 1513
Dreizehn Orte
1501 – 1513Basel und Schaffhausen traten 1501 bei, Appenzell 1513: die Dreizehn Orte. Ihre Zahl blieb bis 1798 unverändert.
Heutige KantoneBasel-StadtBasel-LandschaftSchaffhausenAppenzell AusserrhodenAppenzell Innerrhoden
Siehe auchAcht OrteDas Stanser Verkommnis
Söldner und Marignano
1506 – 1515
Söldner und Marignano
1506 – 1515Könige und Päpste in ganz Europa warben Schweizer Söldner an; die Schweizergarde des Papstes besteht seit 1506. Bei Marignano nahe Mailand besiegte Frankreich die Eidgenossen im September 1515. Sie hörten auf zu expandieren, doch der Solddienst ging drei Jahrhunderte weiter.
Später in den LektionenDie Schweizergarde in Paris
Quellen13749GlossarEidgenossenSolddienst
Nach Marignano hörten die Eidgenossen auf zu erobern. Der nächste grosse Konflikt kam von innen: um den Glauben.
Nächste Lektion →Glaube, Patrizier und Untertanen
Die Reformation spaltete die Eidgenossenschaft in reformierte und katholische Orte, die in zwei Jahrhunderten vier Glaubenskriege führten; doch das Bündnis hielt. Die Städte regierten kleine Kreise von Patrizierfamilien, das Land regierten die Städte, die Untertanengebiete Landvögte. Schweizer Soldaten dienten fremden Königen; Kaufleute und Bankiers handelten in ganz Europa und über den Atlantik.
Zwinglis Zürich
1519 – 1531
Zwinglis Zürich
1519 – 1531Ab 1519 predigte Huldrych Zwingli am Grossmünster. Nach öffentlichen Disputationen 1523 schaffte Zürich 1525 die Messe ab und hob seine Klöster auf. Zwingli fiel 1531 bei Kappel im Kampf gegen die katholischen Orte.
Heutige KantoneZürich
Später in den LektionenDie TäuferBern wird reformiertDie katholische Antwort
Die Täufer
1525 – 1527
Die Täufer
1525 – 1527Im Januar 1525 tauften sich Erwachsene um Konrad Grebel und Felix Manz in Zürich. Von reformierten wie katholischen Obrigkeiten verfolgt, wurde Manz 1527 in der Limmat ertränkt. Die Schleitheimer Artikel aus demselben Jahr wurden zu einem Gründungstext der Mennoniten und Amischen weltweit.
Heutige KantoneZürichSchaffhausen
Siehe auchZwinglis Zürich
Bern wird reformiert
1528 – 1536
Bern wird reformiert
1528 – 1536Bern führte 1528 die Reformation ein, Basel 1529. 1536 eroberte Bern die Waadt von Savoyen und setzte dort den neuen Glauben durch; die Waadt blieb bis 1798 bernisches Untertanengebiet.
Heutige KantoneBernBasel-StadtWaadt
Siehe auchChillon und SavoyenZwinglis Zürich
Später in den LektionenDie Waadt wird frei
Quellen1552GlossarUntertanengebieteReformation
Calvins Genf
1536 – 1564
Calvins Genf
1536 – 1564Johannes Calvin machte Genf zu einem Zentrum des reformierten Glaubens; seine 1559 gegründete Akademie bildete Pfarrer für Frankreich, Schottland und die Niederlande aus. Glaubensflüchtlinge waren willkommen, Andersdenkende nicht: Der Theologe Michael Servet wurde 1553 verbrannt.
Heutige KantoneGenf
Später in den LektionenDie EscaladeGlaubensflüchtlinge
Gedruckt in Basel
1516 – 1543
Gedruckt in Basel
1516 – 1543Basler Pressen druckten 1516 das griechische Neue Testament des Erasmus und 1543 den grossen Anatomieatlas von Andreas Vesal. Humanisten, Reformatoren und Flüchtlinge machten die Stadt zu einem Knotenpunkt des europäischen Buchhandels.
Heutige KantoneBasel-Stadt
Siehe auchEin Konzil und eine Universität
Die katholische Antwort
1574 – 1586
Die katholische Antwort
1574 – 1586Die katholischen Orte antworteten mit Jesuitenkollegien in Luzern (1574) und Freiburg (1580) und 1586 mit dem Goldenen Bund untereinander. Die Eidgenossenschaft bestand nun aus zwei konfessionellen Blöcken.
Siehe auchZwinglis Zürich
Später in den LektionenDie VillmergerkriegeDer Sonderbundskrieg
Quellen152GlossarKatholische Reform
Die Escalade
11./12. Dezember 1602
Die Escalade
11./12. Dezember 1602Truppen des Herzogs von Savoyen versuchten, Genf nachts mit Leitern einzunehmen, und wurden zurückgeschlagen. Die Stadt feiert die Escalade bis heute jeden Dezember.
Heutige KantoneGenf
Siehe auchCalvins Genf
Der Austritt aus dem Reich
1648
Der Austritt aus dem Reich
1648Der Bauernkrieg
1653
Der Bauernkrieg
1653Bauern in Luzern, Bern, Solothurn und Basel erhoben sich gegen Abgaben und die Herrschaft der städtischen Patrizier und schworen in Huttwil einen Bund. Die Städte schlugen den Aufstand nieder; seine Anführer, unter ihnen Niklaus Leuenberger, wurden hingerichtet.
Heutige KantoneBernLuzernSolothurnBasel-Landschaft
Die Villmergerkriege
1656 und 1712
Die Villmergerkriege
1656 und 1712Zweimal kämpften katholische und reformierte Orte bei Villmergen. 1656 siegten die Katholiken, 1712 die Reformierten; der folgende Friede gab beiden Konfessionen in den Gemeinen Herrschaften gleiche Rechte.
Heutige KantoneAargau
Siehe auchDie katholische AntwortDie Eroberung des Aargaus
Später in den LektionenDer Sonderbundskrieg
Quellen1352GlossarGemeine HerrschaftReformation
Glaubensflüchtlinge
16. – 18. Jh.
Glaubensflüchtlinge
16. – 18. Jh.Protestanten auf der Flucht aus Frankreich und Italien kamen in Wellen, die grösste nach dem Verbot ihres Glaubens in Frankreich 1685. Zehntausende zogen durch; viele blieben und brachten Können und Kapital in Seidenindustrie, Indiennedruck, Bankwesen und Uhrmacherei, die sich später in La Chaux-de-Fonds und Le Locle konzentrierte.
Heutige KantoneNeuenburgGenfWaadt
Siehe auchCalvins Genf
Schweizer Geld in der Atlantikwirtschaft
ca. 1719 – 1830
Schweizer Geld in der Atlantikwirtschaft
ca. 1719 – 1830Banken, Handelshäuser und Investoren aus Basel, Bern, Neuenburg, Genf und Zürich, darunter die Stadt Bern, hielten Anteile an Gesellschaften des transatlantischen Sklavenhandels und an Plantagen; Schweizer Kaufleute finanzierten oder rüsteten Sklavenschiffe aus. Diese Geschichte erzählt «Afrika, Schicht für Schicht».
In «Afrika, Schicht für Schicht»Schweizer Geld im Sklavenhandel
Anna Göldi
1782
Anna Göldi
1782Aufklärung und Alpen
1732 – 1790er
Aufklärung und Alpen
1732 – 1790erAlbrecht von Hallers Gedicht «Die Alpen» (1732) machte die Berge zum Sinnbild der Tugend; der in Genf geborene Jean-Jacques Rousseau stellte die Grundlagen der Gesellschaft in Frage. Ab den 1760er-Jahren versammelte die Helvetische Gesellschaft in Schinznach Reformer aus allen Orten und beiden Konfessionen.
Die Schweizergarde in Paris
10. August 1792
Die Schweizergarde in Paris
10. August 1792Hunderte Schweizergardisten starben bei der Verteidigung des Tuilerienpalasts, als Pariser Revolutionäre ihn stürmten. Das 1821 in den Fels gehauene Löwendenkmal in Luzern erinnert an sie und zeigt, wie stolz die alten Eliten auf den Solddienst waren.
Heutige KantoneLuzern
Siehe auchSöldner und Marignano
Quellen11649GlossarSolddienst
In den 1790er-Jahren hatten Ideen aus dem revolutionären Frankreich die Untertanengebiete und das Land erreicht. 1798 marschierten französische Truppen ein.
Nächste Lektion →Revolution und Bundesstaat
1798 brach die alte Ordnung innert Wochen zusammen. Unter französischem Einfluss war die Schweiz kurz eine einzige Republik, dann ein Bund von 19 und ab 1815 von 22 Kantonen. Liberale und Konservative, reformierte und katholische Kantone stritten darüber, wie viel Einheit das Land brauchte, bis ein kurzer Bürgerkrieg 1847 die Frage entschied.
Die Waadt wird frei
24. Januar 1798
Die Waadt wird frei
24. Januar 1798Mit französischer Unterstützung erklärte sich die Waadt von der Berner Herrschaft frei. Innert Wochen brach die alte Eidgenossenschaft unter dem französischen Einmarsch zusammen; Bern fiel am 5. März 1798.
Heutige KantoneWaadt
Siehe auchBern wird reformiert
Die Helvetische Republik
1798 – 1803
Die Helvetische Republik
1798 – 1803Am 12. April 1798 in Aarau ausgerufen: ein Staat, gleiche Bürger, keine Untertanengebiete mehr, Glaubens- und Pressefreiheit. Sie hing von Frankreich ab, war zwischen Unitariern und Föderalisten zerrissen, und ihr Gebiet wurde 1799 zum Schlachtfeld fremder Armeen.
Heutige KantoneAargau
Später in den LektionenNidwalden, September 1798Die Mediationsakte
Quellen1234656667GlossarUntertanengebieteHelvetische Republik
Nidwalden, September 1798
9. September 1798
Nidwalden, September 1798
9. September 1798Nidwalden verweigerte den Eid auf die neue Verfassung. Französische Truppen schlugen den Widerstand nieder; Hunderte Menschen wurden getötet, und Stans brannte. Johann Heinrich Pestalozzi nahm dort im folgenden Winter Waisenkinder auf.
Heutige KantoneNidwalden
Siehe auchDie Helvetische Republik
Die Mediationsakte
19. Februar 1803
Die Mediationsakte
19. Februar 1803Napoleon diktierte eine neue Ordnung: einen Bund von 19 Kantonen, sechs davon neu: St. Gallen, Graubünden, Aargau, Thurgau, Tessin und Waadt. Ehemalige Untertanengebiete wurden gleichberechtigte Mitglieder.
Siehe auchDie Helvetische Republik
Später in den LektionenWien, 22 Kantone und Neutralität
Quellen126567GlossarUntertanengebieteMediationsakte
Wien, 22 Kantone und Neutralität
1815
Wien, 22 Kantone und Neutralität
1815Nach Napoleons Sturz fügten die Grossmächte Wallis, Neuenburg und Genf hinzu, sprachen das ehemalige Fürstbistum Basel, den Jura, Bern zu und anerkannten am 20. November 1815 die immerwährende Neutralität der Schweiz.
Siehe auchDie Mediationsakte
Später in den LektionenDer Kanton Jura
Quellen124767GlossarNeutralität
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Die Neutralität erwuchs aus der Praxis: Nach Marignano vermieden die Eidgenossen, in den Kriegen der Grossmächte Partei zu ergreifen, während ihre Soldaten fremden Königen dienten. 1815 anerkannten die Mächte die immerwährende Neutralität der Schweiz, weil sie dem europäischen Gleichgewicht diente; die Haager Abkommen von 1907 legten später Rechte und Pflichten neutraler Staaten fest.
Kritische Lektüre
Die Neutralität war nie nur ein Prinzip. Sie erlaubte den Handel mit allen Seiten, auch mit Nazideutschland, und diente lange als Argument gegen den Beitritt zur UNO, der erst 2002 erfolgte (Holenstein 2014). Die Vorstellung, die Neutralität sei viel älter als 1815, gehört selbst zur nationalen Erzählung.
Wichtigste Quellen
- 1Historisches Lexikon der Schweiz (HLS) / Dictionnaire historique de la Suisse (DHS) / Dizionario storico della Svizzera (DSS) (2002–2014). 13 vols. and online edition. Nachschlagewerk
- 2Kreis, Georg (ed.) (2014). Die Geschichte der Schweiz. Wissenschaftliches Buch
- 4Maissen, Thomas (2010). Geschichte der Schweiz. Wissenschaftliches Buch
- 7Holenstein, André (2014). Mitten in Europa. Verflechtung und Abgrenzung in der Schweizer Geschichte. Wissenschaftliches Buch
- 67Kölz, Alfred (1992). Neuere schweizerische Verfassungsgeschichte. Ihre Grundlinien vom Ende der Alten Eidgenossenschaft bis 1848. Wissenschaftliches Buch
Die Basler Mission
ab 1815
Die Basler Mission
ab 18151815 in Basel zur Ausbildung von Missionaren gegründet, war sie ab 1828 an der Goldküste, im heutigen Ghana, tätig, später in Indien, China und Kamerun. Ihre Geschichte in Afrika, mit einer kritischen Lektüre, gehört zu «Afrika, Schicht für Schicht».
Heutige KantoneBasel-Stadt
In «Afrika, Schicht für Schicht»Die Basler Mission
Das Jahr ohne Sommer
1816 – 1817
Das Jahr ohne Sommer
1816 – 1817Nach dem Ausbruch des Tambora in Indonesien brachte 1816 Schnee im Sommer und Missernten in ganz Europa. In der Ostschweiz starben in der Hungersnot von 1816/17 Tausende, in der letzten grossen Hungerkrise des Landes.
Später in den LektionenAuswandern und Einwandern
Das Linthwerk
1807 – 1816
Das Linthwerk
1807 – 1816Hans Conrad Escher leitete die Trockenlegung der überschwemmten, von Malaria geplagten Linthebene zwischen Walensee und Zürichsee. Finanziert wurde das Werk mit Aktien, die im ganzen Land verkauft wurden, ein frühes nationales Projekt.
Heutige KantoneGlarusSt. GallenSchwyz
Uster und die liberalen Kantone
1830 – 1831
Uster und die liberalen Kantone
1830 – 1831Am 22. November 1830 versammelten sich in Uster rund 10’000 Menschen und forderten eine liberale Verfassung für Zürich. Innert eines Jahres hatten viele Kantone neue Verfassungen, gestützt auf Volkssouveränität und Pressefreiheit.
Heutige KantoneZürich
Später in den LektionenDie Basler Trennung
Quellen16667GlossarRegeneration
Die Basler Trennung
1833
Die Basler Trennung
1833Nach bewaffneten Zusammenstössen zwischen Stadt und Landschaft teilte die Tagsatzung Basel in zwei Halbkantone, Basel-Stadt und Basel-Landschaft mit dem Hauptort Liestal.
Heutige KantoneBasel-StadtBasel-Landschaft
Siehe auchUster und die liberalen Kantone
Quellen167GlossarTagsatzungHalbkanton
Die erste Schweizer Eisenbahn
9. August 1847
Die erste Schweizer Eisenbahn
9. August 1847Der Sonderbundskrieg
3. – 29. November 1847
Der Sonderbundskrieg
3. – 29. November 1847Sieben katholische Kantone hatten ein Sonderbündnis geschlossen, den Sonderbund. Die eidgenössische Armee unter General Guillaume-Henri Dufour besiegte ihn in weniger als vier Wochen, mit dem Befehl, die Zivilbevölkerung zu schonen; 93 Soldaten starben, rund 500 wurden verwundet.
Heutige KantoneLuzernUriSchwyzObwaldenNidwaldenZugFreiburgWallis
Siehe auchDie katholische AntwortDie Villmergerkriege
Später in den LektionenDer Bundesstaat
Der Bundesstaat
12. September 1848
Der Bundesstaat
12. September 1848Die Schweiz wurde ein Bundesstaat: ein Parlament mit zwei Kammern, ein siebenköpfiger Bundesrat, eidgenössische Zölle und Münzen, Niederlassungsfreiheit für christliche Schweizer Bürger und das Stimmrecht nur für Männer. Im November wurde Bern zur Bundesstadt gewählt.
Heutige KantoneBern
Siehe auchDer Sonderbundskrieg
Später in den LektionenFranken, Bahnen und BankenGleiche Rechte für Juden
Die Verfassung von 1848 schuf den Rahmen, der bis heute besteht. Was er im Alltag bedeutete, prägten Eisenbahnen, Fabriken und die Menschen, die sie bauten.
Nächste Lektion →Industrie, Demokratie und zwei Weltkriege
Eisenbahnen, Fabriken und Banken machten die Schweiz zu einem der reichsten Länder Europas; die Tunnel durch die Alpen bauten grösstenteils italienische Arbeiter. Die direkte Demokratie wuchs Schritt für Schritt, aber nur für Männer. Die Neutralität hielt das Land aus beiden Weltkriegen heraus, zu einem Preis, der erst Jahrzehnte später untersucht wurde.
Franken, Bahnen und Banken
1850 – 1882
Franken, Bahnen und Banken
1850 – 18821850 ersetzte ein einheitlicher Schweizer Franken die kantonalen Währungen. In Zürich trieb Alfred Escher die privaten Eisenbahnen, das Eidgenössische Polytechnikum (ETH, eröffnet 1855), die Schweizerische Kreditanstalt (1856) und die Gotthardbahn voran.
Heutige KantoneZürich
Siehe auchDie erste Schweizer EisenbahnDer Bundesstaat
Später in den LektionenDer GotthardtunnelDas Ende der Credit Suisse
Das Rote Kreuz
1863 – 1864
Das Rote Kreuz
1863 – 1864Nachdem er das Schlachtfeld von Solferino gesehen hatte, forderte der Genfer Geschäftsmann Henry Dunant neutrale Hilfe für Verwundete. Das 1863 in Genf gegründete Komitee wurde zum Internationalen Komitee vom Roten Kreuz; 1864 folgte die erste Genfer Konvention.
Heutige KantoneGenf
Später in den LektionenDer Völkerbund in Genf
In «Afrika, Schicht für Schicht»Eine Genfer Gesellschaft in Algerien
Quellen1574GlossarNeutralität
Gleiche Rechte für Juden
1866 und 1874
Gleiche Rechte für Juden
1866 und 1874Fast ein Jahrhundert lang durften Juden in der Eidgenossenschaft nur in den Aargauer Dörfern Endingen und Lengnau wohnen. Eine Abstimmung 1866 gab ihnen die Niederlassungsfreiheit; die revidierte Verfassung von 1874 gewährte die Glaubensfreiheit.
Heutige KantoneAargau
Siehe auchJüdische Gemeinden in den StädtenDie Morde von 1348/49Der Bundesstaat
Später in den LektionenDas Volk entscheidetAbgewiesene Flüchtlinge
Das Volk entscheidet
1874 – 1893
Das Volk entscheidet
1874 – 1893Die revidierte Verfassung von 1874 führte das fakultative Referendum gegen Bundesgesetze ein; ab 1891 konnten die Stimmbürger mit der Volksinitiative Verfassungsänderungen vorschlagen. Die erste angenommene Initiative verbot 1893 das Schächten, eine antisemitische Massnahme.
Siehe auchGleiche Rechte für Juden
Quellen12391594GlossarReferendumVolksinitiative
Der Gotthardtunnel
1872 – 1882
Der Gotthardtunnel
1872 – 1882Der 15 Kilometer lange Eisenbahntunnel wurde von Tausenden Arbeitern gegraben, die meisten aus Italien; mindestens 199 starben. Als sie 1875 für Lohn und bessere Bedingungen streikten, erschoss eine Bürgerwehr vier von ihnen. 1893 in Bern und 1896 in Zürich folgten Krawalle gegen Italiener.
Siehe auchDer Gotthard öffnet sichFranken, Bahnen und Banken
Später in den LektionenArbeitskräfte aus dem Süden
Frauen an der Universität
ab 1867
Frauen an der Universität
ab 1867Die Universität Zürich gehörte zu den ersten in Europa, die Frauen zuliessen. 1867 erwarb dort Nadeschda Suslowa aus Russland als erste Frau einen Doktortitel; die Schweizerinnen warteten noch über ein Jahrhundert auf das Stimmrecht.
Heutige KantoneZürich
Später in den LektionenDas Frauenstimmrecht
Auswandern und Einwandern
19. Jh.
Auswandern und Einwandern
19. Jh.Armut trieb Hunderttausende zur Auswanderung, nach Amerika, Russland und anderswohin; 1845 gründeten Familien aus Glarus New Glarus in Wisconsin. Um 1890 kehrte sich das Verhältnis um, und die Schweiz wurde zum Einwanderungsland.
Siehe auchDas Jahr ohne Sommer
Später in den LektionenNeun Millionen
Dada in Zürich
1916
Dada in Zürich
1916Im neutralen Zürich eröffneten Hugo Ball und Emmy Hennings im Februar 1916 das Cabaret Voltaire. Mit Künstlern, die vor dem Krieg geflohen waren, darunter Tristan Tzara und Hans Arp, wurde es zum Geburtsort von Dada.
Heutige KantoneZürich
In «Afrika, Schicht für Schicht»Dada und afrikanische Kunst
Quellen185GlossarNeutralität
Der Landesstreik
12. – 14. November 1918
Der Landesstreik
12. – 14. November 1918Nach Jahren mit Hunger und Teuerung im Krieg streikten rund 250’000 Arbeiterinnen und Arbeiter für das Frauenstimmrecht, die 48-Stunden-Woche und eine Altersversicherung. Die Armee wurde eingesetzt; in Grenchen erschossen Soldaten drei junge Uhrenarbeiter.
Heutige KantoneSolothurn
Später in den LektionenDie AHVDas Frauenstimmrecht
Der Völkerbund in Genf
1920
Der Völkerbund in Genf
1920Im Mai 1920 stimmte das Volk dem Beitritt zum Völkerbund zu, und Genf wurde sein Sitz. 1936 bat dort Äthiopiens Kaiser Haile Selassie um Hilfe gegen den Überfall Italiens.
Heutige KantoneGenf
Siehe auchDas Rote Kreuz
Später in den LektionenBeitritt zur UNO
In «Afrika, Schicht für Schicht»Haile Selassie in Genf
Eine vierte Landessprache
20. Februar 1938
Eine vierte Landessprache
20. Februar 1938Mit über 90 Prozent Ja machte das Stimmvolk das Rätoromanische zur vierten Landessprache, ein Bekenntnis zur Vielfalt in einer Zeit, in der das faschistische Italien das Rätoromanische als italienischen Dialekt beanspruchte.
Heutige KantoneGraubünden
Siehe auchChur und Rätien
«Kinder der Landstrasse»
1926 – 1973
«Kinder der Landstrasse»
1926 – 1973Die Stiftung Pro Juventute nahm mit Unterstützung der Behörden rund 600 jenische Kinder ihren Familien weg, um sie sesshaft zu machen. Der Bund entschuldigte sich 1986.
Heutige KantoneZürich
Später in den LektionenVerdingkinder und Zwangsmassnahmen
Verdingkinder und Zwangsmassnahmen
bis 1981
Verdingkinder und Zwangsmassnahmen
bis 1981Bis weit ins 20. Jahrhundert wurden Hunderttausende Kinder aus armen Familien auf Bauernhöfen oder in Heimen platziert, oft als unbezahlte Arbeitskräfte. Bis 1981 konnten Erwachsene ohne Gerichtsurteil «administrativ versorgt» werden. Der Bund entschuldigte sich 2013 und zahlt Betroffenen seit 2017 Solidaritätsbeiträge.
Siehe auch«Kinder der Landstrasse»
Quellen18384GlossarVerdingkinderAdministrative Versorgung
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Die Armenbehörden der Gemeinden platzierten Kinder armer, lediger oder geschiedener Eltern bei Bauernfamilien, zuweilen bei jenen, die das niedrigste Kostgeld verlangten. Als «arbeitsscheu» oder «liederlich» bezeichnete Erwachsene konnten durch einen Verwaltungsentscheid ohne Gericht in Anstalten eingewiesen werden.
Kritische Lektüre
Die ab den 2000er-Jahren gesammelten Zeugnisse der Betroffenen brachen ein langes Schweigen (Leuenberger & Seglias 2008). Die unabhängige Expertenkommission nannte das System willkürlich und mit dem Rechtsstaat unvereinbar (UEK 2019). Ein Bundesgesetz von 2017 anerkannte das Unrecht und zahlt jeder betroffenen Person einen Solidaritätsbeitrag von 25’000 Franken.
Wichtigste Quellen
- 1Historisches Lexikon der Schweiz (HLS) / Dictionnaire historique de la Suisse (DHS) / Dizionario storico della Svizzera (DSS) (2002–2014). 13 vols. and online edition. Nachschlagewerk
- 83Unabhängige Expertenkommission Administrative Versorgungen (UEK) (2019). Organisierte Willkür. Administrative Versorgungen in der Schweiz 1930–1981. Schlussbericht. Amtliche Quelle
- 84Leuenberger, Marco & Seglias, Loretta (eds.) (2008). Versorgt und vergessen. Ehemalige Verdingkinder erzählen. Wissenschaftliches Buch
Abgewiesene Flüchtlinge
1938 – 1945
Abgewiesene Flüchtlinge
1938 – 19451938 vereinbarte der Bundesrat mit Deutschland, die Pässe von Juden mit einem «J» zu kennzeichnen. Ab August 1942 galten Menschen, die «nur aus Rassegründen» flohen, nicht als Flüchtlinge. Rund 24’000 Menschen wurden an der Grenze zurückgewiesen; gut 51’000 zivile Flüchtlinge wurden aufgenommen. In St. Gallen liess Polizeikommandant Paul Grüninger gegen die Weisungen Hunderte jüdische Flüchtlinge einreisen; er wurde entlassen und erst 1995 rehabilitiert.
Heutige KantoneSt. Gallen
Siehe auchGleiche Rechte für Juden
Später in den LektionenKrieg, Réduit und GeschäfteAufarbeitung der Kriegsjahre
Quellen1487577787980GlossarBundesrat«J»-Stempel
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Die Flüchtlingspolitik machten der Bundesrat und die Polizeiabteilung des Justizdepartements unter Heinrich Rothmund. Im August 1942, als die Deportationen im besetzten Europa in Bern bekannt waren, wurde die Grenze für Flüchtlinge «nur aus Rassegründen» geschlossen; Juden galten erst ab Juli 1944 als gefährdete Flüchtlinge. Die Bergier-Kommission zählte rund 24’000 Rückweisungen und gut 51’000 aufgenommene zivile Flüchtlinge.
Kritische Lektüre
Jahrzehntelang lautete die offizielle Erzählung, ein kleines Land habe getan, was es konnte. Der Ludwig-Bericht von 1957 benannte erstmals die Versäumnisse; die Bergier-Kommission kam zum Schluss, dass Antisemitismus die Politik prägte und die Behörden wussten, dass eine Rückweisung den Tod bedeuten konnte (UEK 2002). Einzelne wie Paul Grüninger halfen gegen die Vorschriften und wurden dafür bestraft.
Wichtigste Quellen
- 1Historisches Lexikon der Schweiz (HLS) / Dictionnaire historique de la Suisse (DHS) / Dizionario storico della Svizzera (DSS) (2002–2014). 13 vols. and online edition. Nachschlagewerk
- 4Maissen, Thomas (2010). Geschichte der Schweiz. Wissenschaftliches Buch
- 8Tanner, Jakob (2015). Geschichte der Schweiz im 20. Jahrhundert. Wissenschaftliches Buch
- 75Picard, Jacques (1994). Die Schweiz und die Juden 1933–1945. Schweizerischer Antisemitismus, jüdische Abwehr und internationale Migrations- und Flüchtlingspolitik. Wissenschaftliches Buch
- 77Independent Commission of Experts Switzerland – Second World War (ICE/UEK) (2002). Switzerland, National Socialism and the Second World War. Final Report. Amtliche Quelle
- 78Ludwig, Carl (1957). Die Flüchtlingspolitik der Schweiz seit 1933 bis zur Gegenwart. Bericht an den Bundesrat. Amtliche Quelle
- 79Keller, Stefan (1993). Grüningers Fall. Geschichten von Flucht und Hilfe. Wissenschaftliches Buch
- 80Wylie, Neville (2003). Britain, Switzerland, and the Second World War. Wissenschaftliches Buch
Krieg, Réduit und Geschäfte
1939 – 1945
Krieg, Réduit und Geschäfte
1939 – 1945General Henri Guisan versammelte seine Offiziere im Juli 1940 auf dem Rütli und zog die Armee in ein «Réduit» in den Alpen zurück. Gleichzeitig handelten Schweizer Industrie und Banken mit beiden Seiten, und die Nationalbank kaufte Gold von Nazideutschland, auch Raubgold.
Heutige KantoneUri
Siehe auchTell und das RütliAbgewiesene Flüchtlinge
Später in den LektionenAufarbeitung der Kriegsjahre
1945 war die Schweiz unversehrt, während ihre Nachbarn in Trümmern lagen. Der folgende Boom brauchte Arbeitskräfte aus dem Ausland, und die Frauen hatten noch immer kein Stimmrecht.
Nächste Lektion →Die Schweiz seit 1945
Nach 1945 wurde die Schweiz reich und vielfältiger. Die Frauen erhielten das Stimmrecht erst 1971, der Jura wurde 1979 ein Kanton, und das Land verhandelte Abstimmung um Abstimmung seine Beziehung zu Europa, zu seinen Migrantinnen und Migranten und zu seiner Vergangenheit. Heute leben hier rund neun Millionen Menschen.
Die AHV
6. Juli 1947
Die AHV
6. Juli 1947Das Stimmvolk nahm die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), eine Forderung des Landesstreiks von 1918, deutlich an; sie zahlt seit 1948 Renten.
Siehe auchDer Landesstreik
Arbeitskräfte aus dem Süden
1948 – 2002
Arbeitskräfte aus dem Süden
1948 – 2002Ein Abkommen mit Italien brachte ab 1948 Hunderttausende Arbeitskräfte, später auch aus Spanien, Portugal, Jugoslawien und der Türkei. Viele hatten Saisonbewilligungen, die den Familiennachzug nicht erlaubten; manche Kinder lebten versteckt. Das Saisonnierstatut wurde 2002 abgeschafft.
Heutige KantoneTessin
Siehe auchDer Gotthardtunnel
Später in den LektionenMattmarkDie Schwarzenbach-InitiativeNeun Millionen
Mattmark
30. August 1965
Mattmark
30. August 1965Eine Eislawine vom Allalingletscher verschüttete die Baustelle des Mattmark-Staudamms: 88 Arbeiter starben, 56 von ihnen aus Italien.
Heutige KantoneWallis
Siehe auchArbeitskräfte aus dem Süden
Die Schwarzenbach-Initiative
7. Juni 1970
Die Schwarzenbach-Initiative
7. Juni 1970Eine Initiative, die den Ausländeranteil in den meisten Kantonen auf 10 Prozent begrenzen wollte und rund 300’000 Menschen zur Ausreise gezwungen hätte, wurde mit 54 Prozent abgelehnt. Ihre Sprache der «Überfremdung» prägte die Politik über Jahrzehnte.
Siehe auchArbeitskräfte aus dem Süden
Quellen168158891GlossarVolksinitiativeStändemehrÜberfremdung
Das Frauenstimmrecht
7. Februar 1971
Das Frauenstimmrecht
7. Februar 1971Die Männer sagten mit 65,7 Prozent Ja zum Frauenstimmrecht auf Bundesebene, nach einem ersten Nein 1959. Unter den ersten Frauen, die im Herbst ins Bundesparlament gewählt wurden, war die Neuenburgerin Tilo Frey. Appenzell Innerrhoden musste 1990 vom Bundesgericht verpflichtet werden, die Frauen in kantonalen Fragen abstimmen zu lassen.
Heutige KantoneBernAppenzell Innerrhoden
Siehe auchFrauen an der UniversitätDer Landesstreik
Später in den LektionenGleichstellung und zwei Streiks
In «Afrika, Schicht für Schicht»Tilo Frey
Vertiefung
Hintergrund und Institutionen
Frauenverbände forderten das Stimmrecht seit dem späten 19. Jahrhundert, und der Landesstreik von 1918 setzte es zuoberst auf seine Liste. Weil jede Änderung der Bundesverfassung ein Ja der Männer und der Kantone brauchte, waren die Frauen auf die Männer angewiesen; diese sagten 1959 Nein. Die Waadt und Neuenburg führten das Frauenstimmrecht im selben Jahr auf kantonaler Ebene ein.
Kritische Lektüre
Erklärungen für das späte Datum reichen von der direkten Demokratie selbst, in der die Männer ihr Monopol abwählen mussten, bis zum Frauenbild der «Geistigen Landesverteidigung» der 1930er- bis 1950er-Jahre (Voegeli 1997). Vergleichende Forschung mit den USA untersucht, wie sich die beiden Bewegungen organisierten und welche Gelegenheiten sie nutzten (Banaszak 1996).
Wichtigste Quellen
- 1Historisches Lexikon der Schweiz (HLS) / Dictionnaire historique de la Suisse (DHS) / Dizionario storico della Svizzera (DSS) (2002–2014). 13 vols. and online edition. Nachschlagewerk
- 2Kreis, Georg (ed.) (2014). Die Geschichte der Schweiz. Wissenschaftliches Buch
- 15Swiss Federal Chancellery (since 1848). Popular votes: chronology and results. Amtliche Quelle
- 87Mesmer, Beatrix (1988). Ausgeklammert – Eingeklammert. Frauen und Frauenorganisationen in der Schweiz des 19. Jahrhunderts. Wissenschaftliches Buch
- 89Voegeli, Yvonne (1997). Zwischen Hausrat und Rathaus. Auseinandersetzungen um die politische Gleichberechtigung der Frauen in der Schweiz 1945–1971. Wissenschaftliches Buch
- 90Banaszak, Lee Ann (1996). Why Movements Succeed or Fail: Opportunity, Culture, and the Struggle for Woman Suffrage. Wissenschaftliches Buch
- 99Gosteli Foundation (archive). Archive on the history of the Swiss women’s movement. Museum, Archiv oder Datenbank
Der Kanton Jura
1974 – 2026
Der Kanton Jura
1974 – 2026Nach Jahrzehnten des Konflikts zwischen Bern und dem französischsprachigen, mehrheitlich katholischen Norden des Berner Juras schuf eine Reihe von Abstimmungen den Kanton Jura, der seit dem 1. Januar 1979 besteht; die südlichen Bezirke blieben bei Bern. 2021 stimmte die Stadt Moutier für den Kantonswechsel; sie gehört seit dem 1. Januar 2026 zum Jura.
Siehe auchWien, 22 Kantone und Neutralität
Gleichstellung und zwei Streiks
1981 – 2019
Gleichstellung und zwei Streiks
1981 – 2019Am 14. Juni 1981 wurde die Gleichstellung von Frau und Mann in der Verfassung verankert. Auf den Tag zehn Jahre später streikten Hunderttausende Frauen, weil die Gleichstellung nicht eingetreten war; am 14. Juni 2019 streikten sie erneut.
Siehe auchDas Frauenstimmrecht
Nein zum EWR
6. Dezember 1992
Nein zum EWR
6. Dezember 1992Aufarbeitung der Kriegsjahre
1996 – 2002
Aufarbeitung der Kriegsjahre
1996 – 2002Unter dem Druck der Debatte um nachrichtenlose Konten von Holocaust-Opfern setzte der Bundesrat eine unabhängige Historikerkommission unter Jean-François Bergier ein. Ihre Berichte zu Flüchtlingspolitik, Gold und Geschäften mit Nazideutschland veränderten den Blick des Landes auf die Kriegsjahre. Zwei Schweizer Grossbanken einigten sich 1998 auf einen Vergleich über 1,25 Milliarden US-Dollar.
Siehe auchAbgewiesene FlüchtlingeKrieg, Réduit und Geschäfte
Quellen14877GlossarNachrichtenlose Vermögen
Beitritt zur UNO
10. September 2002
Beitritt zur UNO
10. September 2002Das Minarettverbot
29. November 2009
Das Minarettverbot
29. November 2009Die Konzernverantwortungsinitiative
29. November 2020
Die Konzernverantwortungsinitiative
29. November 202050,7 Prozent der Stimmenden sagten Ja dazu, Unternehmen mit Sitz in der Schweiz für Menschenrechts- und Umweltschäden im Ausland haften zu lassen, doch die Mehrheit der Kantone sagte Nein; die Initiative scheiterte. In der Kampagne genannte Fälle betrafen unter anderem Minen in Sambia und der DR Kongo.
Später in den LektionenDie Schweiz und Afrika seit 1945
Quellen1131594GlossarVolksinitiativeStändemehr
Ehe für alle
26. September 2021
Ehe für alle
26. September 2021Das Ende der Credit Suisse
19. März 2023
Das Ende der Credit Suisse
19. März 2023Die 1856 von Alfred Escher gegründete Credit Suisse wurde in einer Notübernahme, eingefädelt mit Bund, Nationalbank und Finanzmarktaufsicht, von der UBS übernommen.
Heutige KantoneZürich
Siehe auchFranken, Bahnen und Banken
Die Klimaseniorinnen
9. April 2024
Die Klimaseniorinnen
9. April 2024Neun Millionen
2024
Neun Millionen
2024Die Schweiz überschritt 2024 die Marke von neun Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern. Ende jenes Jahres hatten 27,4 Prozent einen ausländischen Pass, und rund vier von zehn Personen ab 15 Jahren hatten einen Migrationshintergrund.
Siehe auchArbeitskräfte aus dem SüdenAuswandern und Einwandern
Die Schweiz und Afrika seit 1945
1945 – heute
Die Schweiz und Afrika seit 1945
1945 – heuteSchweizer Diplomaten halfen, die Verhandlungen vorzubereiten, die den Algerienkrieg beendeten, die Schweizer Wirtschaft handelte mit dem Apartheid-Südafrika, und die Schweiz wurde zu einem Zentrum des weltweiten Rohstoffhandels, während Afrodeszendente in der Schweiz Politik, Kultur und Wissenschaft prägten. Diese Verbindungen sind die neunte Schicht von «Afrika, Schicht für Schicht».
Siehe auchDie Konzernverantwortungsinitiative
In «Afrika, Schicht für Schicht»Die Verhandlungen von ÉvianDie Schweiz und die ApartheidKofi AnnanTilo Frey
Quellen11314GlossarAfrodeszendent
Die nächsten Schichten entstehen jetzt: in Abstimmungen, in Archiven und in den Geschichten aller, die hier leben.
Wer hier lebte →Wer hier lebte
Völker und Gruppen, die das Land prägten, von den ersten Jägern bis heute. Jede Karte führt zurück zu den Lektionen.
Die 26 Kantone
Gruppiert nach dem Zeitpunkt, an dem ihr Gebiet der Eidgenossenschaft beitrat, mit Hauptort, Amtssprachen und einer Zeile Geschichte. Die Links führen zurück zu den Lektionen.
1291–1353 · Die acht alten Orte
Uri
Hauptort AltdorfSchwyz
Hauptort SchwyzObwalden
Hauptort SarnenNidwalden
Hauptort StansLuzern
Hauptort LuzernZürich
Hauptort ZürichGlarus
Hauptort GlarusZug
Hauptort ZugBern
Hauptort Bern1481–1513 · Bis zu den Dreizehn
Freiburg
Hauptort FreiburgSolothurn
Hauptort SolothurnBasel-Stadt
Hauptort BaselBasel-Landschaft
Hauptort LiestalSchaffhausen
Hauptort SchaffhausenAppenzell Ausserrhoden
Hauptort HerisauAppenzell Innerrhoden
Hauptort Appenzell1803 · Mediationsakte
St. Gallen
Hauptort St. GallenGraubünden
Hauptort ChurAargau
Hauptort AarauThurgau
Hauptort FrauenfeldTessin
Hauptort BellinzonaWaadt
Hauptort Lausanne1815 · Wiener Kongress
Wallis
Hauptort SittenNeuenburg
Hauptort NeuenburgGenf
Hauptort Genf1979 · Der jüngste Kanton
Jura
Hauptort DelsbergQuellen
Geprüft im Oktober 2026.