Zwei Abende am Schauspielhaus Zürich, und was uns nach Hause begleitete

Im Jahr 2026 ging REMAIN zweimal ins Theater: im Februar in den Schiffbau zum somatischen Ritual von Ta-Nia, im April in den Pfauen zu Pinar Karabuluts Ein Sommernachtstraum. Beide Abende endeten gleich: gemeinsam, mit Zeit, das Erlebte wirken zu lassen.

4. Februar 2026 · Schiffbau 4. April 2026 · Pfauen Mit Dr. phil. Yuvviki «Yuvvi» Dioh
Unsere Einladung für den 4. Februar: eine Performerin an einer beleuchteten Telefonkabine, mit den Worten Meet us at 18:45, 04 Feb, Schiffbau Zurich
Unsere Einladung für den 4. Februar. Produktionsfoto: Binta Kopp.
Das Format

Was bleibt? Was uns nach Hause begleitet.

REMAIN ist den Momenten nach einem kulturellen Erlebnis gewidmet. Es beginnt dort, wo Aufführungen enden, wenn Gefühle sich setzen, Fragen nachklingen und der Körper sich noch erinnert. Es ist ein begleiteter Raum für Dekompression, Reflexion und Dialog: Ein moderiertes Gespräch und der persönliche Austausch mit Gästen verbinden das künstlerische Erlebnis mit persönlicher Einsicht, institutioneller Praxis und kollektiver Vorstellungskraft.

Abend eins · 4. Februar 2026 · Schiffbau

(What You’ll Find) On the Way to Becoming

Ein somatisches Ritual von Ta-Nia, dem Theaterduo Talia Paulette Oliveras und Nia Farrell. Ihre poetischen, immersiven, ritualhaften Performances laden das Publikum zu gemeinsamer Präsenz und Verwandlung ein, verwurzelt in einem alltäglichen Afrofuturismus. Theatrales Erzählen trifft auf körperliches Erleben, gespeist aus Schwarzer Kultur, aus Träumen und Zukunft.

Es geht weniger ums Zuschauen als ums Teilhaben: darum, was es heisst, zusammen zu sein, zu werden, sich anderes vorzustellen. Mit diesem Stück brachte Ta-Nia zum ersten Mal eines ihrer afrofuturistischen Werke auf eine Schweizer Bühne.

Lesen: Ta-Nia im Gespräch →
  1. 18:45Ankunft
  2. 19:00Einführung durch das Schauspielhaus Zürich
  3. 19:30Die Aufführung beginnt
  4. 21:30Ende der Aufführung, danach Dekompression
  5. 21:45REMAIN, ein gemeinsames Gesprächbis 22:30

Über Afrofuturismus

Afrofuturismus ist eine kulturelle und künstlerische Praxis, die Schwarze Zukünfte durch Vorstellungskraft, Erinnerung und Spekulation erkundet. Sie verwebt Geschichte, gelebte Erfahrung, Technologie, Spiritualität und Kreativität und fragt, welche Zukünfte möglich werden, wenn Schwarze Menschen sich selbst ins Zentrum ihrer eigenen Erzählungen stellen. Statt der Wirklichkeit zu entfliehen, eignet sie sie sich wieder an, in Musik, bildender Kunst, Literatur, Mode und Performance. Im Kern: Handlungsmacht, Möglichkeit und Werden.

Wer werden wir, und welche Welten können wir uns noch gemeinsam vorstellen?

Fragen, die wir mit nach Hause nahmen

Wenn der Applaus verklingt.

  1. 01Was bleibt, wenn der Applaus verklingt?
  2. 02Woran erinnert sich dein Körper, was Worte nicht erklären können?
  3. 03Wer wirst du in den Räumen zwischen Aufführung und Wirklichkeit?
  4. 04Was verändert sich, wenn wir ein Erlebnis sich setzen lassen, statt daran vorbeizueilen?
  5. 05Wie prägt gemeinsame Präsenz, was uns bleibt?
Abend zwei · 4. April 2026 · Pfauen

Ein Sommernachtstraum

Pinar Karabuluts Inszenierung von Shakespeares Ein Sommernachtstraum, und ein Abend in fünf Schritten.

  1. 01

    Zuerst draussen

    Wir trafen uns an einem Tisch in der Nähe, bevor wir gemeinsam hineingingen.

  2. 02

    Im Foyer

    Eine Einführung in eine Welt zwischen Traum und Wirklichkeit, und eine Frage: Wessen Wirklichkeit?

  3. 03

    Das Stück

    Geteilt von allen im Saal, und für keine zwei Menschen gleich.

  4. 04

    Hinter der Bühne

    Nach dem Applaus ein Gang hinter die Bühne: Schauspielerinnen und Schauspieler zwischen ihren Rollen, und ein Blick auf die rund siebzig Funktionen, die es braucht, damit eine Produktion entsteht.

  5. 05

    REMAIN in der Kantine

    Wir liessen den Abend in der Kantine des Theaters ausklingen, mit Zeit, über das zu sprechen, was geblieben war.

Gäste an der Theke der Kantine im Schauspielhaus, von hinten
In der Kantine nach dem Stück, 4. April 2026.
Worte aus dem Raum
  • Möglichkeit
  • Vielfalt
  • Farbigkeit
  • Komplexität
  • Offenheit

Wer mehr will: Wir machen weiter. Nur nicht immer im selben Rahmen.

Danke an Dr. phil. Yuvviki «Yuvvi» Dioh, die Teile des Unsichtbaren sichtbar gemacht hat, und an das ganze Team des Schauspielhaus Zürich, das AfroSwissters zweimal empfangen hat.

Ta-Nia im Gespräch →Über REMAIN →Veranstaltung, 4. Februar →Veranstaltung, 4. April →schauspielhaus.ch ↗